Im Vorfeld des Handelskongress 2013 äußerte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Situation in der Handelsbranche - und kritisiert dabei indirekt die Arbeitsbedingungen bei Onlinehändlern.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) fühlt sich in Deutschland gut bedient. Sie danke allen Mitarbeitern im Handel, "die hier im Großen und Ganzen doch einen sehr guten Service bieten", sagte die Kanzlerin am Samstag in ihrer wöchentlichen Internet-Videobotschaft.

Zwar sei die Konkurrenz durch die bequeme Bestellung per Internet größer geworden, doch habe der stationäre Einzelhandel weiterhin seine Vorteile: "Dass man etwas ausprobieren kann, dass man etwas anschauen kann, dass man es in der Hand halten kann", meinte Merkel, die gern selbst im Supermarkt einkauft.

Appell für "vertretbare Arbeitsbedingungen"

Die Kanzlerin appellierte gerade an die Online-Anbieter, vertretbare Arbeitsbedingungen zu schaffen, die für die Beschäftigten akzeptabel seien. In die Kritik war besonders der US-Versandhandelsriese Amazon nach einer TV-Dokumentation geraten.

Bei Amazon in Deutschland kämpfen die Beschäftigten seit Monaten mit Streikaktionen für einen Tarifvertrag auf dem Niveau des Versand- und Einzelhandels. Bisher orientiert sich Amazon an den weniger günstigen Konditionen der Logistikbranche. Merkel sprach sich dafür aus, dass möglichst viele Beschäftigte in der Branche nach Tarifverträgen bezahlt werden.

Die Kanzlerin wird in dieser Woche als Rednerin auf dem Deutschen Handelskongress auftreten, der in dieser Woche (20./21.) in Berlin stattfindet.

dpa, DH