Verdi stimmte im Aufsichtsrat offenbar gegen die Aufgliederung von Karstadt in drei Geschäftsbereiche. Die Gewerkschaft bangt um die Aufrechterhaltung der Tarifbindung im Unternehmen.

Die Gewerkschaft Verdi stellt Forderungen für die geplante Aufspaltung des Warenhausbetreibers Karstadt in die drei eigenständigen Bereiche Waren-, Sport- und Premiumhäuser. "Eine Zusicherung der Tarifbindung wäre wünschenswert", zitiert die "WAZ"-Mediengruppe Verdi-Sprecherin Cornelia Haß.

Eigentümer Nicolas Berggruen und Geschäftsführer Andrew Jennings haben sich dem Bericht zufolge bisher nicht dazu geäußert, ob künftig alle Mitarbeiter der drei geplanten Unternehmenssparten nach Tarif bezahlt werden sollen.

Weil es keine verbindliche Erklärung über die Karstadt-Zukunft nach dem Sommer 2012 gebe, hätten einige Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat nicht für die Neustrukturierung gestimmt.

Drei eigenständige Geschäftseinheiten

Das Gremium hatte am Mittwoch in Essen die Aufgliederung beschlossen. Die Bereiche sollen als rechtlich eigenständige Geschäftseinheiten unter einem Dach geführt werden.

In einem Sanierungstarifvertrag, der im August 2012 ausläuft, hatten die Beschäftigten einen eigenen Beitrag zur Rettung des angeschlagenen Unternehmens vereinbart.

Die Zukunft von Karstadt bleibt in wichtigen Fragen offen. Unklar ist dem "Manager Magazin" zufolge, ob die Einzelgesellschaften Luxus- sowie Sporthäuser direkt der Holding von Investor Nicolas Berggruen oder der Karstadt Warenhaus GmbH unterstellt werden.