Der Chef des Karstadt-Gesamtbetriebsrates bittet Unternehmensführung und Gewerkschaft um Aufnahme von Tarifgesprächen - so schnell wie möglich.

Im festgefahrenen Tarifkonflikt um den Warenhauskonzern Karstadt hat der Gesamtbetriebsrat die Gewerkschaft Verdi und die Geschäftsführung aufgefordert, zügig Verhandlungen aufzunehmen.

"Wir fordern beide Seiten auf, in Gespräche einzutreten. Die Gespräche müssen jetzt geführt werden", sagte der Vorsitzende des Gesamtbetriebsrates, Hellmut Patzelt, der Nachrichtenagentur dpa. Dem Gesamtbetriebsrat liege in dem Tarifkonflikt ein Papier des Unternehmens vor, dass aber nicht inhaltlich behandelt worden sei, sondern zur rechtlichen Prüfung Anwälten übergeben werde.

Mitarbeiter streiken

Karstadt will mit einer zweijährigen "Tarifpause" drohende Mehrbelastungen in Millionenhöhe abwenden und war in den regionalen Arbeitgeberverbänden in die Verbandsmitgliedschaft ohne Tarifbindung gewechselt.

Damit hatte sich im Mai ein großer Arbeitgeber aus der gerade erst angelaufenen Tarifrunde Einzelhandel 2013 verabschiedet, noch ehe sie richtig begann. Verdi will das nicht hinnehmen und hatte in den vergangenen Wochen in mehreren Städten Mitarbeiter zu Streiks aufgerufen. Der 20.000 Mitarbeiter zählende Warenhauskonzern befindet sich laut Eigentümer Nicolas Berggruen mitten in der Sanierung.