Karstadt-Chef Andrew Jennings hat bei einem Filialbesuch die Opferbereitschaft der Mitarbeiter gelobt - und sie gleichzeitig zu neuen Anstrengungen angespornt.

Im Jahr nach dem Ende der Insolvenz habe die Traditions-Warenhauskette einen "guten Start" hingelegt. „Allerdings müssen wir noch schneller werden und unsere Pläne noch nachhaltiger umsetzen", sagte Jennings am Samstag beim Besuch einer auf junge Kunden zugeschnittenen Pilotfiliale "K Town" in Göttingen.

Der britische Manager an der Karstadt-Spitze betonte, dass bei der Umsetzung der Strategie "Karstadt 2015" noch ein weiter Weg zu gehen sei.

"Großer Schritt nach vorn"

Mit einer ersten Sporthaus-Neueröffnung in Wiesbaden hatte Jennings am vergangenen Dienstag die Expansionsstrategie gestartet. Im Sommer hatte der seit Jahresbeginn amtierende Karstadt-Chef die Eröffnung insgesamt acht bis zehn neue Sporthäusern in den kommenden drei bis vier Jahren angekündigt.

Karstadt betreibt derzeit 27 Sporthäuser, 86 Warenhäuser und drei sogenannte Premium-Häuser. Neben den Neueröffnungen sollen in den nächsten vier Jahren rund 400 Millionen Euro in den Umbau von 60 Filialen investiert werden.

Jennings zeigte sich überzeugt davon, dass das Unternehmen bereits einen "großen Schritt nach vorn" gemacht habe und dankte den rund 24.000 Mitarbeitern für die im Rahmen der Sanierung erbrachten Opfer.

Kampagne zum 130-jährigen Jubiläum

In den kommenden Wochen will das Unternehmen zudem eine Kampagne zum 130-jährigen Firmenbestehen starten. Geplant sind Veranstaltungen in allen Filialen. Die Einführung eines Top-Events in jedem Jahr sei "Teil unseres neuen Weges, den Kunden anzusprechen", sagte Jennings.

Die insolvente Warenhauskette war zum 1. Oktober 2010 von dem Milliardär Nicolas Berggruen übernommen worden. Der ehemalige Woolworth-Manager Jennings gilt als erfahrener Sanierungsexperte. Warenhaus-Schließungen hatte er eine Absage erteilt.