Eva-Lotta Sjöstedt sollte Karstadt sanieren. Nun geht die Managerin - nach nicht mal fünf Monaten an der Spitze des angeschlagenen Warenhauskonzerns.

Karstadt-Chefin Eva-Lotta Sjöstedt verlässt nach weniger als fünf Monaten an der Konzernspitze das angeschlagene Warenhaus-Unternehmen. In einer von Karstadt am Montag in Essen veröffentlichten Erklärung betonte die Schwedin, sie sehe keine Basis mehr für den vor ihr angestrebten Sanierungsprozess.

Sjöstedt betonte, sie habe die schwierige Aufgabe beim Essener Konzern auch deshalb übernommen, weil ihr der Eigentümer des Unternehmens, Nicolas Berggruen, die volle Unterstützung für ihre Strategie und Investitionspläne für die 83 Warenhäuser zugesagt habe.

"Voraussetzungen nicht mehr gegeben"

"Nach eingehender Prüfung, den Erfahrungen der letzten Monate und in genauer Kenntnis der wirtschaftlichen Rahmendaten muss ich jedoch nun feststellen, dass die Voraussetzungen für den von mir angestrebten Weg nicht mehr gegeben sind", erklärte die Managerin. Sie habe deshalb ihr Amt zum 7. Juli niedergelegt.

Das Unternehmen bedauerte die Entscheidung Sjöstedts. Finanzvorstand Miguel Müllenbach und Arbeitsdirektor Kai-Uwe Weitz sollen das Unternehmen nun vorerst weiterführen. Ziel sei es, "die Sanierung von Karstadt entschlossen und unverzüglich anzugehen", sagte Aufsichtsratschef Stephan Fanderl.

Sjöstedt startete offiziell am 24. Februar 2014. Die ehemalige Ikea-Managerin war vor allem bei den Mitarbeitern gut angekommen, wie der Betriebsratsvorsitzende Hellmut Patzelt zu ihrem Amtsantritt sagte: "Sie ist sehr natürlich, geht auf die Menschen zu und kommt bei den Mitarbeitern gut an. Das macht sie wunderbar. Sie hat das Vertrauen der Mitarbeiter, und das ist wichtig in schwierigen Zeiten."

Schon vor ihrem offiziellen Amtsantritt hatte Sjöstedt in 47 Filialen selbst an der Kasse gestanden, mit den Mitarbeitern gesprochen und Kunden bedient, um sich aus erster Hand ein Bild von der Lage im Konzern zu machen. Ihre ersten Sofortmaßnahmen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit beruhten ganz wesentlich auf den damals gemachten Erfahrungen, schrieb sie kürzlich in einem Brief an die Mitarbeiter.