"Wir sind der logische Käufer", sagt Nicolas Berggruen und läutet im Werben um Kaufhof die nächste Runde ein. Der Karstadt-Besitzer kritisiert den Eigner Metro und warnt vor seinem Mitbewerber.

Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen hat sein Interesse an Kaufhof im Bieterrennen um die Metro-Tochter unterstrichen. "Wir sind der logische Käufer, denn wir könnten die beiden großen deutschen Warenhausketten unter einem Dach bündeln", sagte der Investor der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

Die Metro zögere aber, sich mit seinem Angebot auseinanderzusetzen. Der Handelskonzern hatte bestätigt, dass es mit Berggruen, der österreichischen Immobilienholding Signa und einem Konsortium um den ehemaligen KarstadtQuelle-Chef Wolfgang Urban mindestens drei Interessenten für den Kaufhof gibt.

Im Sinne der Aktionäre

Die Metro bevorzuge Signa, sagte Berggruen. Die Österreicher führten seit vier Wochen eine eingehende Unternehmensprüfung durch, auch für jede einzelne Immobilie, und hätten einen riesigen zeitlichen Vorsprung. "Es muss aber doch im Interesse aller Metro-Aktionäre sein - und auch die Pflicht aller Metro-Aufsichtsräte - für einen sauberen Verkaufsprozess zu sorgen, der allen ernsthaft interessierten, seriösen Parteien Einblick in den sogenannten Datenraum gibt", sagte Berggruen. Er habe im Paket das bessere Angebot vorgelegt und bringe erfahrene Partner mit.

Zudem frage sich Berggruen, was hinter der Signa-Offerte steckt, da die Österreicher vor allem Immobilieninvestoren, seien und weniger für strategische Weiterentwicklung stünden. "Bei den Preisen, die für Kaufhof und seine Immobilien genannt werden, ist das Ganze für einen Immobilieninvestor und die erreichbaren Mietrenditen gar nicht mehr besonders spannend, es sei denn, die Mieten werden nach Übernahme stark erhöht oder man nutzt die Häuser als Kaufhof Warenhäuser."

Berggruen verwies auf die unglückliche Liaison von Hertie mit einem Immobilieninvestor (Dawnay Day), zudem sei Karstadt aus dem selbem Grund zusammengebrochen. Er sei für Kaufhof der natürliche Partner, betonte der Deutsch-Amerikaner, "das wird auch Herr Benko nicht anders sehen".

Karstadt plus Kaufhof ist gleich starke Warenhauskultur

Berggruen warnte davor, Zeit zu verlieren, weil die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland und Europa nicht einfacher würden. Zudem bringe er sehr gute Immobilienpartner mit, die international erfahren und extrem kapitalstark seinen, "die auch der Metro bestens bekannt sind".

Auf den Vorwurf, dass es zu Häuserschließungen kommen könnte, wenn er neben Karstadt auch Kaufhof besitzt, antwortete Berggruen, dass mit diesem Vorwurf Angst verbreitet werde. Er verwies darauf, dass in Städten bereits ähnliche Modefilialisten bestens parallel existieren, wie H&M, Zara und C&A.

"Es ist absolut möglich, die Marken Kaufhof und Karstadt standortspezifisch zu positionieren. Deutschland kann nur wieder eine starke Warenhauskultur zurückgewinnen, wenn Kaufhof und Karstadt zusammen anstatt gegeneinander arbeiten", betonte der Deutsch-Amerikaner.

Mit der Entwicklung bei Karstadt zeigte sich Berggruen sehr zufrieden. Die Strategie "Karstadt 2015" greife und mache große Fortschritte. "Wir wachsen stärker als der Markt. Unsere Kunden betreten heute Geschäfte, in die wir in den vergangenen zwölf Monaten schon 80 Millionen Euro investiert haben. Ich habe meine Versprechen gehalten."