Meinungen zum Thema Karstadt: Jörg Funder ist Professor für Unternehmensführung im Handel an der Fachhochschule Worms. Funder arbeitete von 2006 bis 2008 im ­Arcandor-Konzern und war dort Leiter der Neustrukturierung beim Versender Neckermann.

"Langfristig haben große Warenhäuser wie Karstadt unter einem Konzerndach nur dauerhafte Überlebenschancen in Städten mit mindestens 200.000 Einwohnern. Die Artikelvielfalt eines zentralistisch gesteuerten Warenhauses verlangt homogene Käufergruppen. Diese Homogenität gibt es in kleinen Städten wie Memmingen, Gummersbach und Landshut nicht. Und deswegen werden die Karstadt-Filialen dort auf lange Sicht nicht zu halten sein. Das wird auch Berggruen wissen, weswegen am Ende die Beschäftigten dort die ­Dummen sein werden."

Wir haben insgesamt sechs Handelsexperten gefragt, was Karstadt jetzt tun muss, um die eigene Zukunft zu sichern. Hier sind die weiteren Meinungen zum Thema:

Sortimente Rainer Bartle, Fachmann für Warenhäuser bei der Münchner BBE Unternehmensberatung: "Das neue Karstadt-Konzept muss sexy sein"

Marketing Hubertus von ­Lobenstein, Werbe- und Marketingexperte: "Berggruen muss Markensignale setzen"

Konzept Michael Gerling, Geschäftsführer des EHI Retail Institutes: "Karstadt braucht eine radikale Veränderung"

Einkauf Professor Dr. Jochen Strähle, Professor für Handel und Dienstleistungsmanagement und Ex-Arcandor-Manager: "Karstadt braucht vereinfachte Einkaufsstrukturen"

Personal Joachim Stumpf, Geschäftsführer der BBE Unternehmensberatung München: "Karstadt braucht mehr lokales Engagement"

Eine Chronik der Karstadt-Krise finden Sie hier.