Noch ein Schicksalstag für Karstadt: Am 12. April sollen die Gläubiger grünes Licht für den Insolvenzplan geben. Sonst gerät der Verkauf der insolventen Kaufhauskette ins Stocken.  

Die Karstadt-Gläubiger sollen beim Termin Anfang April in der Essener Zentrale grünes Licht für den Insolvenzplan geben. Das berichtete ein Sprecher des Essener Amtsgerichts am Dienstag.

Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg hatte den Plan zur Rettung des Unternehmens Anfang vergangener Woche beim Amtsgericht eingereicht. Um die angeschlagene Warenhauskette zu retten, sollen demnach die Gläubiger einen gewaltigen Beitrag leisten: Nur 3 Prozent der Gläubigerforderungen von rund 2,7 Milliarden Euro sollen beglichen werden. 

Bestandteil des Insolvenzplans ist auch ein Sanierungsbeitrag der Belegschaft in Höhe von 150 Millionen Euro. Im Gegenzug soll es nach dem bereits beschlossenen Aus für dreizehn Karstadt-Häuser bis 2011 keine weiteren Schließungen unter den verbleibenden 120 Filialen geben.

Auch auf einen weiterer Personalabbau unter den 26.000 Beschäftigten soll bis dahin verzichtet werden. Daneben sieht der Insolvenzplan Sanierungsbeiträge von Vermietern und Dienstleistern vor. 

Entscheidend für Verkaufsprozess

Die Zustimmung der Gläubigerversammlung gilt als Voraussetzung für den von Görg bis Ende April geplanten Verkauf an einen Investor. Der Insolvenzverwalter möchte Karstadt nur als Ganzes verkaufen.

Erst gestern wurde berichtet, dass amerikanische Investoren nicht nur Karstadt übernehmen, sondern auch dem Handelskonzern Metro deren Kaufhof-Warenhäuser abkaufen wollen. Eine Fusion von Karstadt und Kaufhof wäre aber nur mit dem Segen der Kartellbehörden möglich, sagte ein Sprecher des Bundeskartellamts gegenüber derhandel.de.

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