Die Karstadt-Modernisierung liege im Plan, heißt es in einem Brief des Investors Nicolas Berggruen an die Warenhaus-Mitarbeiter. Im Juli soll das Sanierungskonzept genauer vorgestellt werden.

Ein Jahr nach Unterzeichnung des Kaufvertrags für die Warenhauskette Karstadt sieht Investor Nicolas Berggruen erste Fortschritte. Karstadt liege im Plan, hieß es in einem der Presseagentur dpa vorliegenden Brief an die Karstadt-Mitarbeiter.

Ein genaues Konzept für die Sanierung der Warenhauskette werde der Vorsitzende der Karstadt-Geschäftsführung, Andrew Jennings, im kommenden Monat vorlegen, kündigte Berggruen in einem Gespräch mit dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb) an. Berggruen hatte Karstadt nach der Unterschrift unter den Kaufvertrag schließlich Anfang Oktober vergangenen Jahres übernommen.

24 Häuser werden 2011 modernisiert

Der Investor bekräftigte in dem rbb-Gespräch den geplanten Erhalt der rund 25.000 Arbeitsplätze. Für die Warenhäuser kündigte er eine schrittweise Modernisierung an. In diesem Jahr würden allein 24 Häuser modernisiert.

Diese Größenordnung sei auch für die kommenden Jahre vorgesehen. An der Aufteilung von Karstadt in die drei Bereiche Premium, Sport- und Warenhäuser werde festgehalten, so der Investor.

Karstadt betreibt drei Premium-Häuser, 26 Sporthäuser und 86 Warenhäuser sowie sieben Schnäppchen-Center.

Reibungslos verläuft die Restrukturierung des Warenhauskonzerns allerdings nicht. Anfang dieses Monats trennte sich das Unternehmen mit sofortiger Wirkung von Vertriebsvorstand Andreas Boznar. Im April hatte Rewe-Vorstandschef Alain Caparros zudem sein Amt als Aufsichtsratsvorsitzender von Karstadt überraschend niedergelegt.

Caparros kritisierte die geplante Aufteilung des Essener Konzerns scharf, da es für sie keine "operative oder strategische Begründung " gebe. "Das Unternehmen ist weit davon entfernt ist, saniert zu sein", zitierte das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" den Rewe-Vorstand Mitte April 2011.

dpa, DH