In den Vereinigten Staaten ist es unter den Schwerreichen neuerdings Mode, viel Geld für wohltätige Zwecke zu spenden. Dieser Inititative hat sich jetzt auch Nicolas Berggruen angeschlossen.

Götz Werner ist ein Mann mit einem anderen Blick auf die Dinge. "Reich zu werden ist in Amerika keine Schande, reich zu sterben schon", hat der Gründer von dm Drogeriemarkt einmal gesagt. Werner sieht gar nicht ein, warum seine Kinder mit einem silbernen Löffel im Mund zur Welt kommen sollen. Er wird deswegen seine Anteile am Unternehmen nicht einfach vererben, sondern hat diese in eine gemeinnützige Stiftung eingebracht.

Mit dieser Ansicht ist Werner in Deutschland eine große Ausnahme. In den Vereinigten Staaten dagegen geben sich die extrem Vermögenden neuerdings mildtätig. Ausgelöst hat diesen Trend die philantropische Initiative "The Giving Pledge" die Bill Gates, Gründer der Softwarefirma Microsoft, und der Investor Warren Buffett ins Leben gerufen haben.

Auch der Facebook-Gründer möchte Wohltäter sein

Seit Juni dieses Jahres versuchen die beiden Schwerreichen Menschen mit ähnlichen Kontoständen dazu zu bewegen, große Teile ihrer Vermögen sozialen Zwecken oder Wohltätigkeitsorganisationen zu spenden. Nun hat dieser Ruf auch Nicolas Berggruen ereilt.

Der neue Besitzer von Karstadt trug sich in die Liste der reichen Wohltäter ein, die sich unter "The Giving Pledge" versammelt haben. "Jeder Mensch hat bei seiner Geburt etwas mitbekommen. Daraus erwachsen Möglichkeiten, aber auch Verantwortung", schreibt der Deutsch-Amerikaner als Begründung für sein Engagement.

Berggruen gehört nun einem illustren Kreis reicher Menschen an. Denn auch Mark Zuckerberg wird in der Unterstützer-Liste von "The Giving Pledge" geführt, die mittlerweile 57 Personen umfasst.

Der Gründer des Internetnetzwerks Facebook hat sich soeben eintragen lassen. Schon länger dabei sind unter anderem der Bankier David Rockefeller, der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg sowie der Medienunternehmer Ted Turner.

Ziel von "The Giving Pledge" ist es, die vermögendsten Menschen der Vereinigten Staaten dazu zu bewegen, große Teile ihrer Reichtümer gemeinnützigen Einrichtungen zukommen zu lassen. Das können diese zu Lebzeiten tun, oder veranlassen, dass es nach ihrem Tod passiert.

Die Spendenerklärung ist ein moralischer Akt, es gibt keine rechtliche Bindung. "The Giving Pledge" ist deswegen keine Spendensammelorganisation, sondern eher eine Art Sammelorganisation für Spendenversprechen. Wann diese eingelöst werden, ist unklar.