Karstadt steht offenbar vor der Übernahme durch Nicolas Berggruen: Laut Medienberichten haben sich die Gläubiger des Konsortiums Highstreet mit dem Investor geeinigt.

Ein Highstreet-Sprecher sagte zwar, bei den Verhandlungen sei "noch nicht alles finalisiert". Doch laut verschiedenen Medienberichten verlautete aus Verhandlungskreisen, dass die Zustimmung aller Mezzanine-Gläubiger nun vorliege.

Diese Gläubiger-Gruppe musste noch grünes Licht für die vom Investor Nicolas Berggruen geforderte Reduzierung der Filialmieten. Zuvor hatten bereits die Anleihe-Gläubiger den niedrigeren Mieten zugestimmt.

Das Immobilienkonsortium Highstreet, hinter dem unter anderem die US-Investmentbank Goldman Sachs und die Deutsche Bank stehen, hatte sich selbst Geld bei Kapitalgebern geliehen, um die meisten der Warenhaus-Filialen zu erwerben und dann an Karstadt zurückzuvermieten. Für diese Gläubiger bedeuten niedrigere Mieten auch eine geringe Rendite.

Nun müssen noch die Unterschriften von mehr als 60 Investoren eingeholt werden, hieß es. Ob die Verträge noch am Donnerstag unterzeichnet werden könnten, sei fraglich.

Der Gläubigerausschuss tagt

In der Essener Karstadt-Hauptverwaltung hatte am Donnerstagabend die Sitzung des Gläubigerausschusses begonnen. Die Karstadt-Gläubiger sollten über die aktuelle Lage informiert werden, berichtete ein Sprecher des Insolvenzverwalters Klaus Hubert Görg.

Die Sitzung begann wenige Stunden vor Ablauf der Frist, die für eine Einigung zwischen Berggruen und Highstreet gesetzt ist. Die vereinbarte Frist für die Einigung sollte um Mitternacht ablaufen.

Eine Chronik der Karstadt-Krise finden Sie hier.