Es wird verhandelt und verhandelt. Aber noch immer gibt es kein Ergebnis über Höhe der Karstadt-Mieten. Immerhin haben Investor Berggruen und Vermieter Highstreet einen neuen Gesprächstermin vereinbart.

Die Verhandlungen über die Höhe der Mieten für Karstadt ziehen sich weiter hin. Vertreter des Investors Nicolas Berggruen und des Karstadt-Vermieters Highstreet vereinbarten heute Morgen in London jedoch eine Fortsetzung der Gespräche. Das wurde aus Verhandlungskreisen bekannt. Die Gespräche seien "sehr konstruktiv" verlaufen, hieß es. Ein neues Treffen solle "zeitnah" erfolgen.

Beide Parteien hatten seit dem späten Mittwochnachmittag bis in die Morgenstunden des Donnerstags verhandelt. "Das ist ein gutes Zeichen", sagte ein Beobachter. Ohne eine Einigung zwischen Berggruen und Highstreet wird der vor zwei Wochen unterzeichnete Kaufvertrag für die insolvente Warenhauskette nicht rechtskräftig.

Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg hatte vor Beginn der Verhandlungen in einem Schreiben an den Gläubigerausschuss auf die Chance für eine Einigung in dem seit mehr als zwei Wochen anhaltenden Streit hingewiesen. "Im Augenblick gibt es aus meiner Sicht gar keine Alternative, als die Einigung denjenigen zu überlassen, die sie allein in der Hand haben", heißt es in einem der dpa vorliegenden Schreiben der Insolvenzverwaltung.

Görg sieht "ernst zu nehmende Bemühungen" beider Seiten

Den Kapitalgebern des Karstadt-Hauptvermieters Highstreet bescheinigte der Insolvenzverwalter "ernst zu nehmende Bemühungen" um einen Ausgleich der Interessen. Görg soll nach Angaben aus Kreisen selbst zu dem Treffen nach London gefahren sein.

Die Sprecherin der Gewerkschaft Verdi, Cornelia Haß, forderte Highstreet auf, "marktübliche Mieten" für die Karstadt-Warenhäuser zu vereinbaren. Dadurch würden langfristig 25.000 Arbeitsplätze bei Karstadt gesichert und Vermieter Highstreet, der Eigentümer von 86 der 120 Häuser ist, werde eine Sicherheit der Mieteinnahmen garantiert.

Vor dem Hintergrund einer von Berggruen angekündigten Umstrukturierung forderte Verdi weitere Informationen über Absichten und Ziele sowie über den Umfang von geplanten Ausgliederungen. Eine Chronik der Karstadt-Krise finden Sie hier.