Im Tarifkonflikt bei Karstadt ist die erste Verhandlungsrunde ohne Ergebnis zu Ende gegangen - am 7. Oktober sollen die Gespräche über Tarifpause und Zukunftssicherung fortgesetzt werden.

Verdi-Verhandlungsführer Arno Peukes sagte der Nachrichtenagentur dpa am Dienstag, über die konkreten Forderungen der Gewerkschaft - die Rückkehr von Karstadt in die Tarifbindung und den Abschluss eines Standort- und Beschäftigungssicherungsvertrages - sei noch gar nicht verhandelt worden.

Karstadt-Arbeitsdirektor Kai-Uwe Weitz bekräftigte unterdessen die Forderung nach einer Tarifpause bei dem Unternehmen. Die Gespräche sollen am 7. Oktober fortgesetzt werden. 

Beherrschendes Thema bei den zweitägigen Gesprächen in Düsseldorf waren nach Verdi-Angaben die Konsequenzen, die sich aus dem Einstieg des österreichischen Immobilienunternehmers René Benko für die Warenhauskette ergeben. "Wir brauchen dazu rechtssichere Informationen", sagte Peukes. Antworten habe die Gewerkschaft bisher aber noch nicht erhalten.

Verdi verlangt Antworten auf eine Reihe von Fragen

Die Liste der Fragen von Verdi ist lang: "Wohin fließen die Gelder aus dem Verkauf der Anteile an den Premium- und Sporthäusern von Karstadt? Welche Zukunft haben die Unternehmen und infolgedessen die Beschäftigten des Konzerns?", zählt Peukes auf und kritisiert: "Die Karstadt-Geschäftsführung war in den beiden vergangenen Tagen noch nicht in der Lage, die dringend erforderliche Transparenz darüber herzustellen, wohin die Reise des Konzerns überhaupt gehen soll. Wir fordern deshalb von den Eigentümern, dass bis zur nächsten Verhandlung Anfang Oktober diese Rahmenbedingungen geklärt werden", so der Verdi-Mann.

Rüdiger Wolff, der ebenfalls zur Verdi-Verhandlungskommission gehört, forderte von den beiden Karstadt-Eigentümern Nicolas Berggruen und René Benko eine Zusicherung, "dass Karstadt im Ganzen mit allen Standorten und Beschäftigten auch künftig erhalten bleiben soll". Benko will von Berggruen die Mehrheit an den Karstadt Premium- und Sporthäusern übernehmen.

Karstadt-Arbeitsdirektor Weitz bekräftigte unterdessen die Forderung nach einer Tarifpause um die weitere Gesundung des Unternehmens sicherzustellen. "Gerade weil wir keinen Stellenabbau wollen, dürfen die ersten sichtbaren Erfolge nicht durch die sofortige volle finanzielle Mehrbelastung des Flächentarifvertrages gefährdet werden", sagte er. Es gebe im Einzelhandel bereits mehrere Beispiele für pragmatische Lösungen. Die Ankündigung des Konzerns, für zwei Jahre aus der Tarifbindung auszusteigen, hatte jedoch bei der Belegschaft zu heftigen Protesten geführt.

dpa, DH