Noch in diesem Monat soll der Verkauf des insolventen Warenhauskonzerns Karstadt beginnen. Die Mitarbeiter sollen erneut auf Gehalt verzichten.

Der Verkauf der insolventen Warenhaus-Kette Karstadt soll nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Focus" Ende September beginnen. Dann werde das mit der Investorensuche beauftragte Bankhaus Kaufinteressenten Daten über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens zugänglich machen, schreibt das Magazin unter Berufung auf Bankenkreise.

Ein Sprecher des Insolvenzverwalters Klaus Hubert Görg wollte den Zeitplan am Sonntag nicht kommentieren.  Der Insolvenzverwalter verhandele derzeit mit allen Beteiligten - Arbeitnehmern, Lieferanten, Vermietern und Eigentümern -, um möglichst viele Häuser zu halten, sagte der Sprecher. Alle müssten einen Beitrag leisten.

Wann diese Gespräche abgeschlossen seien, lasse sich wegen der vielen Beteiligten nicht vorhersagen. Spätestens bis zur Gläubigerversammlung am 10. November will Görg sein Sanierungskonzept vorlegen. Die Kette mit 126 Filialen soll möglichst als Ganzes saniert werden.

Gehaltsverzicht von Mitarbeitern gefordert

Görg will unterdessen die 28.000 Karstadt-Mitarbeiter mit einer Leistungsprämie motivieren. Gleichzeitig fordere er einen Gehaltsverzicht von ihnen, berichtet das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" ohne Angabe von Quellen.

Demnach sollen die Beschäftigten bei Karstadt künftig bis zu 20 Prozent mehr verdienen können ­wenn ihr Haus oder ihre Abteilung höhere Umsätze als vergleichbare Einheiten mache.

Ein Sprecher von Görg kommentierte die Angaben mit den Worten: "Wir führen die
Gespräche mit den Gremien der Arbeitnehmervertreter und nicht in der Öffentlichkeit." Die Gewerkschaft Verdi hatte am Dienstag Klarheit für die Beschäftigten gefordert. Die Investorensuche für die Karstadt-Warenhäuser müsse mit Nachdruck vorangetrieben und vor dem Weihnachtsgeschäft abgeschlossen werden, sagte die stellvertretende Verdi-Vorsitzende Margret Mönig-Raane.

Mönig-Raane: "Indiskutabel"

Foto: Hanno Bender
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Nach großen finanziellen Opfern in den vergangenen Jahren könne es einen Sanierungsbeitrag der Mitarbeiter nur mit einem soliden Geschäftsplan und Sicherheiten für die Beschäftigten geben. Eine "Spende" ohne nachhaltige Perspektiven komme nicht in Frage. Jenseits der Tarifbindung das Einkommensniveau zu senken, sei indiskutabel.

Görg hält laut "Spiegel" weitere Einbußen der Mitarbeiter für vertretbar, weil er mit ihrer Hilfe möglichst viele der verbliebenen 126 Karstadt-Häuser retten will.