Die Woche der Entscheidungen beginnt für Karstadt mit guten Nachrichten: Insolvenzverwalter Görg hat bestätigt, dass die Vermieter finanzielle Zugeständnisse machen. Den Insolvenzplan hat er jetzt abgegeben.

Neben den Beschäftigten wollen sich auch die Vermieter an der Sanierung der insolventen Warenhauskette Karstadt beteiligen. Sowohl der Hauptvermieter Highstreet als auch der Oppenheim-Esch-Fonds hätten ihre Bereitschaft dazu signalisiert, bestätigte ein Sprecher des Insolvenzverwalters Klaus Hubert Görg heute einen Bericht der Zeitung "Die Welt".

Demnach hat das Vermieterkonsortium Highstreet drei Jahre länger Zeit, um 1,28 Milliarden Euro Schulden aus dem Immobilienkauf zurückzuzahlen, berichtet das Blatt. Die Kreditgeber sind die Bank Goldman Sachs, die Deutsche-Bank-Tochter DB Reef sowie die italienischen Investoren Pirelli Real Esatate, Generali und Borletti.

Higstreetmitglieder zeigen sich milde

Laut "Die Welt" verzichtet Highstreet auf rund 150 Millionen Euro Mietzahlungen innerhalb der nächsten fünf Jahre. Das Konsortium besteht aus rund 50 institutionellen Anlegern.

Die Karstadt-Mitarbeiter hatten sich bereits im vergangenen Jahr dazu bereit erklärt, auf einen dreistelligen Millionenbetrag zu verzichten, um das Unternehmen zu retten.

Zu den Zeichnern des Oppenheim-Esch-Fonds, der vier Karstadt-Häuser besitzt, gehört auch der ehemalige Arcandor-Chef Thomas Middelhoff. Der Manager hatte seinen Posten vor einem Jahr an Karl-Gerhard Eick abgetreten. Ein halbes Jahr später hatte die Obergesellschaft Arcandor zusammen mit ihren Töchtern Karstadt und Quelle Insolvenz angemeldet.

Ermittlungen gegen Middelhoff

Ein Sprecher der Bochumer Staatsanwaltschaft bestätigte heute auf Anfrage laufende Ermittlungen gegen Middelhoff im Zusammenhang mit dem Insolvenzverfahren. Zu Einzelheiten wollte er jedoch nicht Stellung nehmen.

Görg hat Insolvenzplan abgegeben

Die Sanierungsbeiträge sind Teil eines Insolvenzplans, den Görg in dieser Woche beim Essener Amtsgericht vorlegen will. Vorgesehen ist auch die Schließung von 13 Filialen. Nach der Vorlage beim Amtsgericht sollen die Karstadt-Gläubiger in einer weiteren Versammlung über den Plan abstimmen, der ein Überleben der Warenhauskette sichern soll.

Nach den Plänen des Insolvenzverwalters soll die Warenhauskette mit 120 Filialen als Ganzes an einen Investor verkauft werden. Spätestens bis zur Jahresmitte soll ein Käufer gefunden werden. An diesem Nachmittag hat Görg beim Essenser Amtsgericht den Insolvenzplan abgegeben, teilt das Gericht mit.