Professor Dr. Jochen Strähle lehrt an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Lörrach BWL-Handel und Dienstleistungsmanagement. Strähle war von 2003 bis 2009 im Arcandor-Konzern tätig und verließ das Unternehmen als Leiter der Abteilung Sonderprojekte bei der Versandtochter Primondo.

"Karstadt muss die Einkaufsstrukturen vereinfachen. Dafür ist die Eigenständigkeit der Häuser zu reduzieren, um die Komplexität des Einkaufs zu verringern. Auch das Lieferantenmanagement muss professionalisiert werden. Das funktioniert nur durch die Einführung eines 'Product-Lifecycle-Management-Systems'. Das heißt Integration von Sortimentskonzeption, Einzelproduktentwicklung bis hin zum Lieferantenmanagement. Aber dafür benötigt Karstadt ein Gesamtmodekonzept mit festgelegten Farben, Themen und Materialien für jede Saison. Erfahrungen zeigen, dass die Einkäufer und Zentraleinkäufer bisher kein Gesamtkonzept verfolgen und damit meistens subjektive Einzelentscheidungen treffen.

Wir haben insgesamt sechs Handelsexperten gefragt, was Karstadt jetzt tun muss, um die eigene Zukunft zu sichern. Hier sind die weiteren Meinungen zum Thema:

Personal Joachim Stumpf, Geschäftsführer der BBE Unternehmensberatung München: "Karstadt braucht mehr lokales Engagement"

Standorte Jörg Funder, Professor für Unternehmensführung im Handel und ehemaliger Arcandor-Manager: "Karstadt-Filialen haben nur in größeren Städten eine Chance"

Sortimente Rainer Bartle Fachmann für Warenhäuser bei der Münchner BBE Unternehmensberatung: "Das neue Karstadt-Konzept muss sexy sein"

Marketing Hubertus von ­Lobenstein, Werbe- und Marketingexperte: "Berggruen muss Markensignale setzen"

Konzept Michael Gerling, Geschäftsführer des EHI Retail Institutes: "Karstadt braucht eine radikale Veränderung"

Eine Chronik der Karstadt-Krise finden Sie hier.