Die Karstadt-Mitarbeiter machen Druck: Per Streik wollen sie eine Rückkehr zur Tarifbindung erzwingen. Und sie stellen Forderungen an Karstadt-Eigentümer Berggruen.

Kunden, die am morgigen Freitag bei Karstadt auf der Frankfurter Zeil, in Darmstadt und in Viernheim einkaufen wollen, werden vermutlich Pech haben: In den drei hessischen Filialen des Warenhauskonzerns soll gestreikt werden. Ab 12.15 Uhr wollen die Mitarbeiter der Häuser in einem Demonstrationszug durch die Darmstädter Innenstadt wandern, Ziel ist die Karstadt-Filiale im Luisencenter, vor der dann eine Kundgebung geplant ist.

Aber Hessen ist beileibe kein Einzelfall, nach Informationen von derhandel.de stehen in ganz Deutschland Streiks bei Karstadt bevor, am Freitag und auch am Samstag. Auch "Spiegel Online" berichtet von bundesweiten Ausständen von Freitagfrüh an.

"...durch Aktionen bekräftigen"

Überraschend kommt dieser Schritt nicht. "Die Karstädterinnen und Karstädter brauchen eine Perspektive. Die gibt es verlässlich und verbindlich nur durch eine Standort- und Beschäftigungssicherung sowie die Rückkehr in die Tarifbindung", hatte Rüdiger Wolff, Karstadt-Verhandlungsführer von Verdi in der Tarifauseinandersetzung mit der Karstadt-Geschäftsführung, vor einigen Tagen gesagt. "Notfalls müssen wir unsere Forderungen durch Aktionen bekräftigen."

Die Belegschaft des Warenhauskonzerns will nun den Druck auf die Geschäftsleitung erhöhen. Die Tarifverhandlungen zwischen Gewerkschaft und Karstadt-Führung verlaufen seit Wochen ergebnislos. Die Arbeitnehmervertreter verlangen eine Rückkehr zur Tarifbindung, Standort- und Beschäftigungssicherung sowie kräftige Investitionen von Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen.

Die nächste Runde in der Tarifverhandlung ist für den 11. November geplant.