Dass der Neueigentümer René Benko kräftig in Karstadt investiert, scheint fraglich. Laut "Spiegel" holen sich der Österreicher ein Teil des Kaufpreises für die Premiumhäuser durch einen Trick zurück.

Am vergangenen Wochenende streikten Karstadt-Mitarbeiter bundesweit für den Erhalt ihrer Arbeitsplätze und gegen Unternehmens-Eigentümer Nicolas Berggruen. Nun dürfte sie eine neue Nachricht aufschrecken. Denn offenbar sind nach dem Verkauf von 75,1 Prozent der Premium- und Sporthäuser an die österreichische Signa-Gruppe deutlich geringere Investitionen in das Unternehmen zu erwarten, als zunächst in Aussicht gestellt.

Nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" soll ein großer Teil des Kaufpreises in Höhe von 300 Millionen Euro an Signa und deren Chef René Benko zurückfließen, anstatt investiert zu werden. Denn in zahlreichen Karstadt-Häusern, die Benko jetzt schon gehören, sollen die Mieten drastisch steigen, schreibt das Magazin weiter.

Nicht nur Premiumhäuser betroffen

Laut "Spiegel" sollen von den 65 Millionen Euro, die für das KaDeWe in Berlin bestimmt sind, bis zum Jahr 2016 35 Millionen Euro für Mieterhöhungen abgehen. Bei der Miete für das Hamburger Alsterhaus soll der Mietzins von 2014 bis 2016 jährlich um 1,5 Millionen Euro steigen, schreibt das Blatt weiter. Und im Münchner Oberpollinger fließen nach dem Bericht von den in Aussicht gestellten 20 Millionen Euro an Investitionen in den nächsten fünf Jahren rund 5 Millionen Euro in steigende Mieten.

Doch nicht nur für diese drei Premiumhäuser steigen offenbar die Kosten - laut "Spiegel" trifft es auch die Filialen in Dortmund und Dresden. "Das Geld, das uns für die Sanierung versprochen wurde, geht direkt an Benko zurück", zitiert das Magazin einen Betriebsrat.