Das stationäre Geschäft und die Internet-Aktivitäten von Karstadt sollen künftig besser integriert werden. Denn das Onlinegeschäft des Warenhausbetreibers wächst.

"Unsere Multichannel-Strategie ist erst am Anfang", sagte Michael Melzer, Geschäftsführer von karstadt.de, auf dem 1. Deutschen Online-Handelskongress in Wiesbaden. Trotz bescheidener Töne hat der Manager viel vor: Sein aktuelles Ziel ist es, die Online-Aktivitäten des Warenhausbetreibers stärker in Einklang mit der Arbeit in den Filialen zu bringen.

Zu den konkreten Maßnahmen gehört die Angleichung der Preispolitik: "Der Kunde erwartet ein und denselben Preis für ein Produkt - online oder im Warenhaus", erklärte Melzer. Deshalb gebe es bei Karstadt.de selten reine Internet-Schnäppchen - höchstens im Rahmen zeitlich begrenzter Aktionen.

Der Chef von karstadt.de will jedoch weiter gehen und testet derzeit ein System, mit dem der Onlinekunde den Warenbestand eines bestimmten Produktes in einer Filiale seiner Wahl erfahren kann.

Abholung in der Filiale

Da hilft es, dass karstadt.de innerhalb des Unternehmens nichts als reines Profitcenter gesehen wird, sondern auch als Marketing-Schaufenster für das Angebot der Warenhäuser. Zudem soll er Webauftritt Frequenzbringer für die stationären Geschäfte sein. So können Kunden zum Beispiel Online-Coupons drucken, die im Kaufhaus eingelöst werden

Demnächst soll sogar die Abholung von online gekauften Produkten und auch die Rückgabe von Retouren-Ware in der Filiale ausprobiert werden.

Zielgruppe ist 35 Jahre und älter

Karstadt.de zielt nach den Worten Melzers bewusst auf die Zielgruppe ab 35 Jahren ab. Das Online-Sortiment spiegelt nicht das Gesamtangebot der Kaufhäuser, sondern konzentriert sich auf die Bereiche Elektrogeräte, Wohnen und Schlafen, Multimedia, Sport und Spielwaren.

Untersuchungen hätten ergeben, dass 51 Prozent der Besucher des Shops sich über Karstadt-Angebote informieren, so Melzer. Immerhin ein Drittel besucht die Site, um Produkte online zu kaufen.

Zu der Umsatzentwicklung von karstadt.de wollte Michael Melzer wegen des laufenden Verkaufsprozesses der Karstadt-Gruppe lieber nicht zu viel verraten. "Unser Wachstum liegt im Bereich der allgemeinen Steigerungsraten für die E-Commerce-Branche", sagte er.