Die Idee einer Weiterführung der Karstadt-Filiale in Kaiserslautern unter Regie der Mitarbeiter ist passé. Der Immobilienbesitzer hat andere Pläne. Möglicherweise profitiert davon ein namhafter Projektentwickler.

Die Gespräche mit dem Eigentümer der Immobilie, dem Highstreet-Konsortium, seien ergebnislos verlaufen, sagte der derzeit freigestellte Geschäftsführer Michael Sauter auf einer nichtöffentlichen Betriebsversammlung. Das Hamburger Immobilienunternehmen sei nicht bereit gewesen, das Haus an die Kaiserslauterner Karstadt-Mitarbeiter zu vermieten.

Auch ein Verkauf an die bisherige Belegschaft sei für Highstreet indiskutabel gewesen, klagt Verdi-Landesbezirksleiter Uwe Klemens in der Zeitung "Rheinpfalz". Dafür spreche der hohe Kaufpreis. Es ist zwar nie offiziell eine Summe bekannt geworden, die Schätzungen belaufen sich aber auf rund 20 Millionen Euro. Sauter berichtete aus den Verhandlungen mit Highstreet von einem Kaufpreis, "den ich nicht einmal für zwei solche Häuser bezahlen würde".

ECE soll angeblich Shoppingcenter planen

Sauter berichtete weiter, dass das Konsortium das 10.000 Quadratmetre große Gebäude offenbar an einen anderen Investor verkaufen wolle. Dieser plane ein großes Einkaufszentrum mit bis zu 150 Geschäften.  

Auch Klaus Weichel, Oberbürgermeister der Stadt Kaiserslautern, bestätigte, dass es bereits Gespräche mit einem Immobilien-Entwickler gebe, der die Filiale kaufen will. Die Hamburger ECE gilt als einer der Kandidaten für ein Investment in der pfälzischen Stadt.

Sollte der Projektentwickler tatsächlich den Zuschlag für die Immobilie bekommen, dann befürchtet auch der Betriebsratsvorsitzende des Karstadt-Hauses, dass ein klassisches ECE-Shoppingcenter entstehen wird. "Und unsere Mitarbeiter werden in einer Mall nicht gebraucht."

Land sagt Transfergesellschaft zu

Das Land Rheinland-Pfalz, die Stadt Kaiserslautern, der Betriebsrat sowie die Gewerkschaft Verdi kämpfen immer noch für eine zumindest befristete Weiterführung des Hauses - bis ein neuer Investor seine Pläne umsetzt. Allerdings beziffern selbst die Initiatoren die Chance für diese Weiterführung auf nur ein Prozent, schreibt die "Rheinpfalz". 

Laut Alexander Schweitzer, Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium, werde das Land die Mitarbeiter per Transfergesellschaft unterstützen. Dafür werde Rheinland-Pfalz ab 1. April für sieben Monate die Kosten für Ausbildung und Beratung der noch 190 Mitarbeiter (160 im Verkauf, 30 in der Gastronomie) übernehmen.