Die Gläubigerversammlung stimmte der Fortführung der insolventen Warenhauskette Karstadt zu. Mindestens sechs Standorte werden aber noch in diesem Jahr geschlossen.

Die Gläubigerversammlung der insolenten Warenhauskette Karstadt hat am heutigen Dienstag in Essen der Fortführung des Unternehmens zugestimmt. Damit ist der Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg seinem Ziel, das Unternehmens als Ganzes zu erhalten, ein Stück näher gekommen. Nun muss er auf die Suche nach einem Investor gehen.

Zuvor hatte der für die Warenhauskette zuständige Insolvenz-Beauftragte Rolf Weidmann die Schließung von sechs Niederlassungen bis zum Jahresende angekündigt. Betroffen seien die Häuser in Dortmund (Kampstrasse), München am Dom und Hamburg (Elbe-Einkaufszentrum) sowie die Fachmärkte in Braunschweig, Berlin-Biesdorf und Stuttgart.

Zusätzlich zur Schließung weitere elf "Prüf-Filialen"

Weitere elf Niederlassungen zählten zu sogenannten "Prüf-Filialen", erklärte Verdi-Sprecherin Cornelia Haß. Ihr Schicksal werde sich voraussichtlich bis Mitte kommenden Monats entscheiden. Von der Schließung der sechs Standorte seien etwa 400 Mitarbeiter betroffen.

Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg will sich bei der für einen Erhalt des Warenhausunternehmens einsetzen. Eine Sanierung setze allerdings "nennenswerte Beiträge" aller Beteiligten voraus. Dazu gehörten neben den Beschäftigten auch Dienstleister und Vermieter. Alle Beteiligten hätten dazu ihre Bereitschaft bekundet, ohne sich bisher jedoch auf entsprechende Verträge einzulassen.

Gestern hat die große Tarifkommission von Verdi den Kompromiss abgesegnet, wonach rund 28.000 Karstadt-Mitarbeiter auf rund 150 Millionen Euro verzichten sollen. Darunter fallen 75 Prozent von Weihnachts- und Urlaubsgeld sowie tarifliche Vorsorgeleistungen.

Endgültiger Sanierungsplan bis Anfang 2010

Seinen endgültigen Plan zum Erhalt des Unternehmens muss der Insolvenzverwalter voraussichtlich Anfang kommenden Jahres den Gläubigern noch einmal zur Abstimmung vorlegen. Görg hat für die Ausarbeitung des Insolvenzplans alle Beteiligten zu Sanierungsbeiträgen aufgefordert.

Mit dem Sanierungsplan will der Insolvenzverwalter auf die Suche nach Investoren gehen. Man sei jedoch noch nicht so weit, Namen konkreter Interessenten zu nennen, sagte Görg. Dem Verkauf einzelner Häuser oder auch einer Gruppe von Häusern erteilte er zunächst eine Absage.

Keine Gespräche mit der Metro

Gespräche mit dem Konkurrenten Metro, der Interesse an der Übernahme von nur 60 Häusern signalisiert hatte, habe man daher bislang noch nicht geführt. Karstadt-Gesamtbetriebsratschef Helmut Patzelt forderte den Einstieg eines langfristigen Investors.