Die Sanierung bei Karstadt scheint zu greifen. Der Umsatz sinkt zwar noch, doch der Nettoverlust soll um mehr als die Hälfte geschrumpft sein, heißt es in einem Zeitungsbericht. Das liegt nicht nur am harten Sparkurs.

Bei Karstadt scheint es seit der Übernahme durch die österreichische Signa Holding stetig bergauf zu gehen. Im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr 2014/2015 soll das Betriebsergebnis laut Informationen der "Süddeutschen Zeitung" in etwa ausgeglichen ausfallen. Im Vorjahr lag es noch bei minus 108 Millionen Euro.

Der Umsatz sei zwar um 2,7 Prozent gesunken, meldete die Zeitung, der Nettoverlust habe aber auf etwa ein Drittel zurückgefahren werden können. Er soll jetzt zwischen 60 und 70 Millionen Euro liegen, vielleicht sogar noch etwas besser. Im Vorjahr belief er sich noch auf 190 Millionen Euro.

Neue Strategie: Rückbesinnung auf lokale Stärken

Am Mittwoch, 21. Oktober, will die Warenhaus AG ihre Jahresbilanz offiziell veröffentlichen. Die positive Entwicklung liege dabei nicht nur an dem harten Sparkurs, den der vom neuen Eigentümer als Chef eingesetzte Stephan Fanderl durchzieht: Flächenreduzierungen, Filialschließungen, Stellenstreichungen; das Management fährt auch eine neue Strategie, schreibt die "Süddeutsche Zeitung": Die Rückbesinnung auf eigene Stärken - in jedem Warenhaus sollen die lokalen Stärken ausgebaut werden.

Die Zeitung zitiert einen Insider, wonach in jedem Warenhaus die individuellen Wachstumsfelder identifiziert und ausgebaut werden sollen.

Karstadt gehört seit 2014 der Signa Holding. Deren Gründer René Benko kaufte die Warenhauskette für einen Euro von Nicolas Berggruen.