Karstadt hat nun endlich die Zahlen für das Geschäftsjahr 2010/11 veröffentlicht - und sie zeigen eine negative Entwicklung. Für die Zukunft ist der Warenhausbetreiber überraschend optimistisch.

Besser spät als nie, scheint sich Karstadt gedacht zu haben: Der Warenhauskonzern hat nun endlich die Bilanz für das Geschäftsjahr 2010/2011 (bis 30. September) öffentlich gemacht.

Diese Bilanz hätte spätestens Ende September 2012 veröffentlicht werden müssen, sodass das Bundesamt für Justiz bereits ein Ordnungsgeldverfahren eingeleitet hatte, weil das Unternehmen der Offenlegungspflicht nicht fristgerecht nachgekommen war. Das Ordnungsgeld in Höhe von 2.500 Euro wurde mittlerweile bezahlt, wie eine Sprecherin des Bundesamtes für Justiz gegenüber der Nachrichtenagentur dpa bestätigte.

Fast anderthalb Jahre nach dem Ende des Geschäftsjahres erfährt die Öffentlichkeit nun, dass der Warenhauskonzern 2010/11 einen Umsatz von 3,228 Milliarden Euro und somit nach 3.332,8 Milliarden in 2009/10 ein Minus von 3,1 Prozent zu verzeichnen hatte.

Das Geschäftsjahr schloss Karstadt mit einem positiven Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 16,3 Millionen Euro (plus 2,2 Millionen Euro) und mit einem Bilanzverlust von 20,8 Millionen Euro ab. Das Unternehmen führt die Verluste auf "Aufwendungen für den Strategiewechsel nach der Insolvenz" zurück, wie aus der im Bundesanzeiger veröffentlichten Bilanz hervorgeht.

Überraschender Optimismus

Der im Geschäftsbericht enthaltene Ausblick für Karstadt ist eher optimistisch: Für das Geschäftsjahr 2011/12 wird "aufgrund der … Investitionen in die Filiallandschaft und der eingeleiteten Neuausrichtung des gesamten Geschäftsmodells“ einen Anstieg des Einzelhandelsumsatzes um 0,9 Prozent sowie ein "positives Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit "in zweistelliger Millionenhöhe" vorhergesagt.

Der gesamte Einzelhandelsumsatz dürfte jedoch durch die Abspaltung der Karstadt Premium GmbH und der Karstadt Sports GmbH um rund 18 Prozent sinken. Kompensiert werde dies dadurch, dass die Warenhaus GmbH als Großhändler für die Schwestergesellschaften Premium und Sport fungiere.

Diese Prognose steht laut "Lebensmittel Zeitung“ im krassen Gegensatz zum aktuellen internen "CEO-Bulletin" von Karstadt, aus dem das Fachblatt zitiert. In dem Schreiben stuft Unternehmenschef Andrew Jennings laut "LZ" den Januar 2013 als "erneut schwierigen Monat" ein.

DH mit dpa