Karstadt verkauft das Tafelsilber: Die Kunstwerke des Unternehmens sollen Millionen in die Kasse der insolventen Warenhauskette spülen.

Rund 470 Kunstwerke will Karstadt demnächst versteigern lassen. Darunter seien Werke von Künstlern wie Ernst Wilhelm Nay, Emil Schumacher, Heinz Mack und Christian Rohlfs, meldet die Deutsche Presseagentur.

Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg hofft auf ein Versteigerungserlös "in Millionenhöhe". Allein das Gemälde "Chromatische Scheiben" des Künstlers Ernst Wilhelm Nay soll 500.000 bis 800.000 Euro einbringen.

Das Werk aus dem Jahr 1960 hing an einer Wand im großen Sitzungszimmer der Essener Unternehmenszentrale und war seit fast 40 Jahren nicht mehr öffentlich zu sehen. Werke von Nay in diesem Format sind etwa im Museum Ludwig in Köln oder in der Deutschen Oper in Berlin zu sehen.

Gläubiger würden profitieren

Die Einnahmen aus der Kunstversteigerung sollen den zahlreichen Gläubigern des Unternehmens zugute kommen, die erst vor wenigen Tagen den Insolvenzplan von Görg zugestimmt haben.

Nach dem Aus für Arcandor und Quelle kämpft derzeit die Warenhauskette Karstadt mit 120 Filialen und 26.000 Beschäftigten ums Überleben. Zur Rettung des Unternehmens haben sich die Gläubiger bereiterklärt, auf Forderungen in Milliardenhöhe zu verzichten.