Die Tarifverhandlungen bei Karstadt ähneln denen von Amazon: Es geht nicht voran. Das Warenhausunternehmen und die Gewerkschaft liegen mit ihren Vorstellungen offenbar weit auseinander.

Die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten von Karstadt sind weiter ohne Ergebnis geblieben. Nach einem Treffen in Kassel sei zunächst kein neuer Verhandlungstermin vereinbart worden, berichtete am Freitag der Verhandlungsführer der Gewerkschaft Verdi, Arno Peukes. Das Unternehmen kündigte dagegen an, die Gespräche "zeitnah konstruktiv" fortsetzen zu wollen.

Peukes betonte, dass die Beschäftigten nicht bereit seien, einen Verzicht auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld zu akzeptieren. Die Gewerkschaft fordere zudem eine Rückkehr in die Tarifbindung. Bei Karstadt gibt es nach Verdi-Angaben derzeit noch 9.200 Vollzeit-Stellen. Das Unternehmen hatte im Mai 2013 die Tarifbindung verlassen.

Auch eine von Karstadt in Aussicht gestellte Beschäftigungs- und Standortsicherung müsse weiter konkretisiert werden, forderte Peukes. Ausnahmen seien etwa beim Auslaufen eines Mietvertrags vorgesehen.

Entgeltanpassung entsprechend der wirtschaftlichen Entwicklung

Das Unternehmen hatte in einer Mitteilung vom Freitag zudem über das Angebot einer nicht näher konkretisierten "Entgeltanpassung entsprechend der wirtschaftlichen Entwicklung von Karstadt" berichtet. Für Nachfragen war ein Sprecher zunächst nicht zu erreichen.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2014/15 habe Karstadt erstmals wieder Geld über die Ladenkasse verdient, teilte das Unternehmen weiter mit, ohne eine Zahl zu nennen. Im Raum steht, dass Karstadt ein schlechtes Weihnachgeschäft 2015 gehabt haben soll. Im Geschäftsjahr 2014/15 soll der Umsatz des Unternehmens um 4 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro gesunken sein soll.

Die wirtschaftliche Genesung nicht gefährden

Karstadt hatte sich dazu bisher nicht geäußert. In der aktuellen Mitteilung heißt es dagegen: "Im aktuellen Geschäftsjahr bewegen wir uns ebenfalls im Rahmen unserer Planung, die weitere spürbare Ergebnisverbesserungen ausweist." Das laufende Geschäftsjahr endet am 30. Juni.

Karstadt schreibt weiter, dass man zuverlässig seine Budgets erreiche, müsse beim Blick nach vorne weiter bescheiden sein und dürfe die beginnende wirtschaftliche Gesundung auf keinen Fall gefährden. "Alle Erfahrungen zeigen, dass die Jahre zwei und drei einer Sanierung oft besonders schwierig sind. Wir können uns daher in Tarifverhandlungen keine Abenteuer leisten. Wir hoffen, dass es in den weiteren Gesprächen gelingt, eine Lösung zu finden", betont das Unternehmen.