Beim angeschlagenen Warenhauskonzern Karstadt ist die Modernisierung des Sortiments nach Ansicht eines Handelsexperten "in wesentlichen Punkten gescheitert".

Bei Karstadt habe sich aus Kundensicht "so gut wie nichts getan", sagte Thomas Roeb, Professor für Handelsbetriebslehre an der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, der "Wirtschaftswoche".

Zwei Drittel von rund 1.000 befragten Karstadt-Kunden hätten überhaupt keine Veränderungen wahrgenommen. Die Kunden hätten die von Karstadt-Chef Andrew Jennings betrieben Ausbau von Modemarken bisher kaum registriert. Laut "Focus", der ebenfalls aus der Studie zitiert, haben nur vier Prozent der Kunden Änderungen im Sortiment bemerkt.

Karstadt spricht von Trendwende in der wirtschaftlichen Entwicklung

Ein Karstadt-Sprecher verwies dagegen auf "repräsentative und neutrale Marktforschungen", die ein anderes Bild zeigten. Dies zeige sich auch "in einer Trendwende unserer wirtschaftlichen Entwicklung seit Mai".

Der Aufbau neuer Marken gehört zum Konzept "Karstadt 2015", mit der Jennings die Kaufhauskette sanieren will. Im Juni hatte er angekündigt "das Tempo unseres Marathons" zu steigern. Im Herbst sollen weitere wichtige Marken eingeführt und eine Marketingkampagne gestartet werden. Einzelheiten will der Konzern am Mittwoch vorstellen. Jennings wird seinen Ende des Jahres auslaufenden Vertrag als Vorstandsvorsitzender nicht verlängern.

Für die Studie von Roeb, die nach Angaben der Wirtschaftswoche in Kooperation der Hochschule mit dem Wirtschaftsmagazin entstanden ist, waren im Mai und Juni rund 1.000 Karstadt-Kunden in Bonn, Köln, Düsseldorf und Essen befragt worden.