Thomas Fox strahlt Optimismus aus. Der Interimschef von Karstadt sagt dem Warenhaus eine große Zukunft voraus. Entweder als Einkaufspalast oder als solider Nahversorger. Die Zahlen von Karstadt sind bereits prächtig.

Mit einem kraftvollen Auftritt auf dem Berliner Handelskongress hat Thomas Fox für Karstadt geworben. "Ich bin davon überzeugt, dass wir die beste Zeit noch vor uns haben", sagte der Interimschef des Warenhauskonzerns.

Die Branche würde mittlerweile Kunden zurückgewinnen, die zuvor an Einkaufszentren oder Fachmärkte verloren worden sind. "Der Trend ist inzwischen gebrochen", glaubt Fox.

Die Innenstädte würden beim Verbraucher wieder an Wert gewinnen, vor allem die kaufkräftige Klientel im Alter von 20 bis 40 Jahren würden wieder zum Einkaufen in die City kommen, so Fox. "Das ist das Klientel, das wir abholen müssen."

7 Prozent Umsatzplus

Karstadt wachse schneller als der große Konkurrent Kaufhof, betonte Fox. "Wir hatten im dritten Quartal ein Umsatzplus von 7,4 Prozent, bei Kaufhof waren es im selben Zeitraum 4 Prozent."

Der Geschäftsführer schätzte das Ebita (Gewinn vor Steuern und Abschreibungen) für den Zeitraum der Insolvenz mit 93 Millionen Euro. Das ist mehr als eine Verdopplung des ursprünglichen Ziels, das für das Geschäftsjahr 2010 (Ablauf Ende September) bei 35 Millionen Euro lag. Fox nannte das bessere Kostenmanagement und den optimierten Einkauf als Gründe für die guten Zahlen. Noch 2008 lag das Minus von Karstadt bei rund 120 Millionen Euro.

Den Kunden sei es sogar egal, dass die Häuser nicht mehr in bestem Zustand sind: "Manche Häuser sind so voll, da sehen sie gar nicht, wie schlecht der Fußboden ist." Entscheidend seien die Lage der Filialen sowie die Sortimente.

Fox' Vision von Warenhäusern sind "Shoppingcenter ohne Wände", die die Kunden mit Mode anlocken, um sie dann zu den anderen Abteilungen mit Beauty, Sport, Home und Genuss zu leiten.

Erotische Kurzwaren

Internationales Flair, viel Glamour und Glitzer sollen die Häuser haben. Nur in den Großstädten, wohlgemerkt. In der Provinz soll Karstadt ein Stadtzentrum sei, "in dem der Kunde auch eine Reinigung, eine Änderungsschneiderei oder einen Schuhreparationsservice vorfindet".

Vorgesehen ist, dass dem Aufsichtsrat des Konzerns Mitte Dezember ein Konzept vorgelegt werde, in dem aufgezeigt wird, wie ab dem kommenden Jahr in die verbliebenen 126 Filialen investiert werden soll. Keines der noch 86 Warenhäuser werde geschlossen, betonte der Karstadt-Chef.

Fox glaubt, dass das neue Warenhauskonzept mit Glamour und Bodenständigkeit funktionieren wird. "Ich sehe bereits, dass es gelingen kann, auch Kurzwaren zu erotisieren." Etwa in einem Jahr soll Fox als Interimsmanager von Karstadt durch einen neuen Geschäftsführer abgelöst werden.