Verdi fordert Klarheit über den angekündigten Jobabbau bei Karstadt. Die Gewerkschaft kündigt Widerstand gegen mögliche betriebsbedingte Kündigungen an.

Die Gewerkschaft Verdi hat den Essener Warenhauskonzern Karstadt aufgefordert, bei der geplanten Streichung von 2.000 Stellen auf betriebsbedingte Kündigungen zu verzichten. "Das ist mit uns nicht zu machen", sagte eine Verdi-Sprecherin.

Die Umsetzung des Personalabbaus sei Thema bei einer Tagung von 350 Karstadt-Betriebsräten im hessischen Willingen gewesen, die am Mittwoch zu Ende gegangen sei.

"Die Leute machen sich Sorgen", sagte die Verdi-Sprecherin. Man frage sich, wie die Aufgaben im Verkauf angesichts der neuen Herausforderungen künftig bewältigt werden könnten. Weitere Gespräche seien geplant.

Wenn das Wort "primär" nicht wäre...

Derzeit sei immer noch unklar, wie viele Mitarbeiter tatsächlich von den Stellenstreichungen betroffen sein könnten, so die Sprecherin. Die Gewerkschaft befürchte, dass durch eine hohe Zahl von Teilzeitbeschäftigten bis zu 3.000 der insgesamt rund 25.000 Karstadt-Mitarbeiter ihre Jobs verlieren könnten.

Ein Unternehmenssprecher wies darauf hin, dass es sich bei der geplanten Zahl von 2.000 Stellenstreichungen um Vollzeitstellen handelt. Weitere Angaben wollte der Karstadt-Sprecher nicht machen.

Das Unternehmen hatte angekündigt, bei dem bis Mitte 2014 geplanten Jobabbau "primär" auf Sozialverträglichkeit setzen zu wollen. Die Warenhauskette war von Investor Nicolas Berggruen vor zwei Jahren aus der Insolvenz heraus übernommen worden.

Wenige Tage vor dem Auslaufen des Sanierungstarifvertrags bei Karstadt hatte Unternehmenschef Andrew Jennings den Beschäftigten in der vergangenen Woche einen "harten Weg" bei der weiteren Sanierung des Unternehmens angekündigt.