Lokale Aktivitäten sind für den Erfolg der einzelnen Karstadt-Standorte wichtig. In vielen Städten machen findige Filialleiter mit zum Teil skurillen Aktionen von sich reden - und bringen Frequenz in die Läden.

Bei Karstadt kann man genetisches Material kaufen: Die sogenannte "künstliche DNA" wurde in Rahmen der "DNA-Sicherheitstage" in der Bremer Filiale angeboten - mit Unterstützung der örtlichen Polizei.

Die chemische Substanz wird auf Wertgegenstände aufgetragen und ist nur unter ultraviolettem Licht zu sehen. Die Flüssigkeit ist mit einem Code versehen und kann von der Polizei entziffert, die so den rechtmäßigen Besitzer gestohlener Ware findet.

Die Sicherheitstage fanden eine gute Resonanz in Bremen und Umgebung und schafften es in die Lokalmedien. Die Aktion ist nur eine von vielen, die derzeit in Karstadt-Filialen durchgeführt werden.

Findige Filialleiter nutzen offenbar das Plus an Freiheit, das ihnen durch das neue Management gewährt wird, um lokal die Werbetrommel zu rühren.

Karneval im Karstadt-Haus

So zum Beispiel in Lübeck, wo im lokalen Karstadt-Haus "After Work Partys" gefeiert werden.  Unter dem Motto "All you can (b)eat und Karneval" lud der Warenhausbetreiber Kunden Anfang Februar ins Restaurant ein.

Für 15 Euro konnten sich die Gäste an einem üppigen Buffet bedienen und erhielten darüber ein Begrüßungsgetränk. Passende Karnevalskostüme waren natürlich im Warenhaus erhältlich.

Vereinzelt passen sich die Häuser auch der lokalen Wettbewerbssituation an - und investieren in die Neuausrichtung. So etwa in Bamberg, wo Karstadt das Sortiment überarbeiten und neues Personal einstellen will. Dafür stellt der Konzern 2,5 Millionen Euro zur Verfügung.

Neubewertung der Sortimente

Einige Produktbereiche, etwa  Bücher oder Lampen, fallen ganz weg, die Modekompetenz soll dafür ausgebaut werden. Auch die Sport- und Schuhabteilungen werden erweitert. Der Umbau soll von April bis August dauern.

Erfreulich für das Bamberger Publikum: Auch der Lichthof sowie Beleuchtung, Fußboden, Dekoration und Warenträger werden erneuert.

Damit hat das Warenhaus in Bamberg vielen Karstadt-Standorten etwas voraus. Denn trotz vereinzelter Maßnahmen auf den Verkaufsflächen hat der Konzern weiterhin viel zu tun. Ob ein angekündigtes Investitionsprogramm ausreicht, um Karstadt den nötigen Umsatzschub zu bringen, ist umstritten.

So lange die große Erneuerung nicht kommt, müssen die Filialleiter vor Ort weiter auf ihre Kreativität setzen, um die Kunden zu locken.