Die Suche nach einem Investor für die insolvente Warenhauskette Karstadt geht in die heiße Phase. Zu Wochenbeginn will Insolvenzverwalter Görg den Insolvenzplan beim Essener Amtsgericht vorlegen.

Das bestätigte Klaus Hubert Görgs Sprecher Thomas Schulz auf Anfrage.
Feststehen bereits die Schließung von 13 Filialen sowie ein Sanierungsbeitrag der Belegschaft in dreistelliger Millionenhöhe. Weitere Einzelheiten des Sanierungskonzepts, das ein dauerhaftes Überleben der Warenhauskette sichern soll, sind noch nicht bekannt.

Die Karstadt-Gläubiger hatten vor vier Monaten einem Verkauf zugestimmt. Von ursprünglich 30 Interessenten sind derzeit noch sechs im Rennen.  Dazu sollen unter anderem Sun Capital, Texas Pacific Group und Cerebus gehören.

Appelhoff hat Interesse am Überleben von Karstadt

Ebenfalls im Bieterrennen soll auch Klaus Appelhoff sein. Im Gespräch mit derhandel.de sprach der Essener Unternehmensberater aber davon, nicht zu den sechs offiziellen Kaufbewerbern zu gehören. Die Frage, ob er im Schatten eines Investors Karstadt übernehmen wolle, ließ er unbeantwortet. "Ich bitte dafür um Verständnis."
 
Freilich unterstrich Appelhoff sein Interesse am Überleben von Karstadt mit Bezug auf seine lange Tätigkeit in dem Unternehmen. Der Essener saß bis zum Jahr 2004 im Vorstand des Warenhauskonzerns. Derzeit ist Appelhoff stellvertretender Vorstandschef des EHI Retail Institute.

31. Mai? "Pure Spekulation"

Spätestens bis zur Jahresmitte soll ein Käufer gefunden werden, der nach den Vorstellungen des Insolvenzverwalters die Warenhauskette als Ganzes übernehmen soll. Eine im "Handelsblatt" genannte Frist, wonach bis zum 31. Mai ein neuer Eigentümer gefunden werden solle, wollte der Sprecher nicht bestätigen. "Der Termin ist pure Spekulation", sagte Sprecher Schulz.

Sollte es nicht gelingen, einen Käufer für das Komplettpaket von 120 Filialen zu finden, droht dem Warenhausunternehmen mit rund 25.000 Stellen die Zerschlagung. Interessenten für einzelne Filialen, darunter der Karstadt-Konkurrent Metro, wurden in dem Verkaufsprozess bislang nicht berücksichtigt.

Für die Karstadt-Mutter Arcandor hatten die Gläubiger angesichts von offenen Forderungen in Milliardenhöhe bereits Ende vergangenen Jahres das Aus beschlossen. Auch für die zweite Arcandor-Tochter Quelle gab es keine Rettung. Sun Capital, Texas Pacific Group und Cerebus gehörten auch damals zu den Kaufinteressenten.

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