Karstadt befindet sich auf einem harten Sparkurs, der auch den Bereich Logistik erreicht hat. Die Kostenstrukturen sämtlicher Standorte werden analysiert.

Karstadt spart Betriebskosten, wo es nur geht. Da ist es nur zwangsläufig, dass nun auch die Logistik des Warenhausunternehmens auf Rentabilität geprüft wird. In einem internen Schreiben des Unternehmens, das Der Handel vorliegt, ist davon die Rede, dass die komplette Logistik-Kette auf dem Prüfstand stehe.

Dabei würden alle Logistik-Standorte, von denen aus die Karstadt-Filialen beliefert werden, wie etwa Unna und Essen-Vogelheim, ergebnisoffen evaluiert. "Auch Verdichtungen und Abgaben dieser Standorte beziehungsweise Umzüge in neue Objekte sind im Rahmen von Prozess- und Kostenoptimierungen möglich. Entsprechende Alternativen werden gerade geprüft", heißt es in dem Schreiben weiter.

Karstadt bestätigte auf Anfrage von Der Handel, dass sämtliche Logistikstandorte derzeit überprüft werden.

Einsparungen zeigen Erfolge

Das Warenhausunternehmen strebe erhebliche Einsparungen an und suche bereits nach alternativen Standorten, schreibt die "Westdeutsche Allgemeine Zeitung" und beruft sich dabei auf Branchenkreise. Betreiber der Standorte Essen-Vogelheim und Unna ist DHL. Auf WAZ-Anfrage erklärte der Logistiker, zu internen Meldungen von Kunden äußere man sich grundsätzlich nicht. Auch Karstadt lehnte hierzu eine Stellungnahme ab.

Karstadtchef Stephan Fanderl hatte letztens davon gesprochen, dass die Sanierungsbemühungen des Unternenehmens deutliche Fortschritte machen würden. "Die Sanierung läuft sehr schnell und mit ambitionierten Zielen ab. Wir sind dabei sehr gut im Zeitplan", sagte der Manager dem Unternehmen zufolge. Wichtige Teilprojekte wie die Einführung eines neuen Kundenleitsystems, neue Kassenprozesse oder eine neue Logistik in den Geschäften seien in den Pilotfilialen nahezu abgeschlossen und stünden nun vor dem Ausrollen in der Gesamtorganisation.

Schwarze Null als Ziel dieses Geschäftsjahres

Zum Umbau des Warenhausunternehmens gehört auch, dass das Buchhandelsgeschäft vom Münchner Buchhandelsfilialisten Hugendubel übernommen wird. Bereits bis zum Ende des Geschäftsjahres (September) will Karstadt das zuletzt nur noch in ausgewählten Filialen betriebene eigene Buchgeschäft einstellen.

Im diesem Monat ablaufenden Geschäftsjahr 2014/15 will Karstadt erstmals wieder im operativen Geschäft (Ebitda) eine schwarze Null schreiben.
Im Geschäftsjahr 2015/2016 soll dank der Restrukturierungsmaßnahmen auch unter dem Strich wieder ein positives Jahresergebnis erzielt werden, wie der Konzern kürzlich mitteilte.