Karstadt kann nicht nur seine Zahlen verbessern, sondern auch an die Umwelt denken. Denn das Warenhausunternehmen bietet demnächst neue Tragetaschen an. Die sind nicht mehr umsonst.

Während die Einzelhandelsbranchde eifrig das Thema Abschaffung der kostenlosen Plastiktüten diskutiert und sogar Druck von der Umweltministerin bekommt, handelt Karstadt. Ab Mai wird das Warenhausunternehmen in allen Filialen Mehrwegtragetaschen einführen. In allen Filialen sind dann als Alternative zur Plastiktüte neue Mehrwegtragetaschen für 1,50 Euro das Stück erhältlich.

Bei den neu gestalteten Taschen setzt das Unternehmen auf den Kunststoff Polyethylen mit 70 Prozent Recyclinganteil. Für die Einwegtragetaschen wird bereits ab 1. März eine größenabhängige Gebühr von 5, 10, 20 oder 30 Cent erhoben.

Die Zeit der kostenlosen Tüten ist dann vorüber.

"Wir schaffen diesen großen Schritt"

"Wir haben uns für die Mehrwegtragetaschen entschieden und machen mit der Einführung einen großen Schritt in Richtung Nachhaltigkeit", erklärt Vertriebschef Thomas Wanke. "Natürlich bedeutet das neben der logistischen Bewältigung dieser Aufgabe auch ein Umdenken bei Mitarbeitern und Kunden anzustoßen", betont Wanke. "Aber wir bei Karstadt schaffen diesen großen Schritt – parallel zu all den positiven Entwicklungen, die wir im Rahmen der Gesundung unseres Unternehmens machen. Wir unterstützen damit auch die Initiative des Handelsverbands Deutschland."

Um den Konsum der Plastiktüten einzudämmen, hatte der Handelsverband Deutschland (HDE) einen Entwurf für eine Selbstverpflichtung des Handels vorgelegt. Der Vorschlag sieht vor, dass Einzelhändler künftig Geld für Plastiktüten verlangen sollen - wie viel, bleibt dabei ihnen selbst überlassen. "Eine freiwillige Initiative ist neuen Gesetzen vorzuziehen", hatte  HDE-Geschäftsführer Kai Falk gesagt.

Karstadt ist unter Geschäftsführer Stephan Fanderl stirkt auf Sanierungskurs. Dabei wird an der Ladenkasse wieder Geld verdient.