Die heftigen Sparmaßnahmen bei Karstadt zahlen sich aus. Das Warenhausunternehmen steht mittlerweile deutlich besser da. Das spüren an Weihnachten auch die Mitarbeiter.

Bei Karstadt laufen die Geschäfte besser als erwartet. Deshalb will die Warenhauskette den rund 14.000 Mitarbeitern nun doch Weihnachtsgeld zahlen, wie Konzernchef Stephan Fanderl in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur ankündigte.

Der Start ins wichtige Weihnachtsquartal sei gut verlaufen, betonte der Manager. Auch die Sanierungsbemühungen der vergangenen zwölf Monate zeigten inzwischen sichtbare Erfolge. Karstadt habe sogar mehr geschafft als geplant. "Wir verdienen an der Ladenkasse wieder Geld", sagte Fanderl. "Das war viele Jahre nicht der Fall."

"Wir haben keine Bankschulden"

Operativ habe Karstadt im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr ein positives zweistelliges Millionenergebnis erzielt. Unter dem Strich hätten allerdings noch einmal rote Zahlen gestanden. Ziel sei es, "im kommenden Jahr auch unter dem Strich ausgeglichen abzuschließen". Der Umsatz sei zuletzt "moderat" zurückgegangen, laut "Frankfurter Allgemeine Zeitung" um nominal 4 Prozent auf 2,1 Millarden Euro.

"Wir haben keine Bankschulden, unser Bargeld-Bestand hat sich erheblich verbessert und liegt jetzt bei deutlich über 200 Millionen Euro. Das ist ein zweistelliger Millionenbetrag mehr als vor einem Jahr", sagte Fanderl weiter.

Nach der weit fortgeschrittenen Sanierung der Warenhäuser will der Konzern jetzt auch die Lebensmittel-Abteilungen neu aufstellen. Perfetto, das Gemeinschaftsunternehmen mit Rewe, sei ein Sanierungsfall. "Wir werden hier künftig rund 35 bis 40 von heute noch 43 Standorten profitabel weiterbetreiben", kündigte Fanderl an.

In einem Gespräch mit der "FAZ" kündigte Fanderl an, dass Karstadt im kommenden Jahr einen zweistelligen Millionenbetrag in zunächst sechs Häuser stecken werde und dann Haus für Haus über weitere Investments entscheiden wolle.