Das Sparprogramm bei Karstadt läuft auf vollen Touren. So gibt es weniger Rabatte. Doch die Lage des Warenhauskonzerns bleibt kritisch, wie die Zwischenbilanz des Geschäftsjahres offenbart.

So kraftvoll der Start von Eva-Lotta Sjöstedt als neue Karstadt-Chefin war, so viel Lob sie für ihren Optimismus und Tatendrang einheimste - die wirtschaftliche Lage des Warenhausunternehmens wird einfach nicht besser. So ging der Umsatz in den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahres (Oktober bis März) um 3,9 Prozent auf 1,413 Milliarden Euro zurück, schreibt das "Handelsblatt" und beruft sich dabei auf einen internen Controlling-Bericht von Karstadt. Demnach blieb der Umsatz "1,9 Prozent hinter den Erwartungen zurück", zitiert die Zeitung aus dem Bericht.

Auch beim Ebita dürfte es bei Karstadt nur verhaltene Freude gegeben haben. Laut "Handelsblatt" lag der so bezeichnete operative Gewinn vor Abschreibungen bei 25 Millionen Euro, und das ist lediglich eine Million Euro mehr als im Vorjahreszeitraum. Karstadt wiederum hatte mit 27 Millionen Euro kalkuliert, schreibt das "Handelsblatt". Demnach habe der Warenhauskonzern 34 Millionen Euro verloren, nach 35 Millionen Euro im Vorjahr. Ein Karstadt-Sprecher wollte auf Anfrage des "Handelsblatts" die Zahlen nicht kommentieren.

Für das gesamte zurückliegende Geschäftsjahr 2012/2013 hatte das "Manager Magazin" zuvor unter Berufung auf eine Aufsichtsratssitzung den Jahresfehlbetrag auf 127 Millionen Euro beziffert. Im Geschäftsjahr 2011/2012 hatte der Verlust nach den im Bundesanzeiger veröffentlichten Zahlen bei 158 Millionen Euro gelegen.

Weniger Rabattaktionen

Weiter heißt es in dem "Handelsblatt"-Bericht, dass Sjöstedt die Rabattaktionen deutlich zusammengestrichen habe. Während im März 2013 noch 44 Prozent der verkauften Artikel als preisreduzierte Sonderangebote verkauft worden seien, seien es in diesem März 35 Prozent gewesen.

Die Strategie sei jedoch "zweischneidig", so das Blatt. Während der Verdienst je verkauftem Artikel gewachsen sei (plus 2,9 Prozentpunkte), bleibe die Ware in den 83 Filialen nun häufiger in den Regalen liegen. So sei der Umsatz im März um 16,1 Prozent auf 178 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Auch die Personal- und Sachkosten des Warenhauskonzerns seien von Oktober bis März infolge des Wegfalls von 450 Vollzeitstellen gesunken, heißt es in dem Bericht. Karstadt war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

Die ehemalige Ikea-Managerin Sjöstedt hatte Ende Februar die Leitung der Warenhauskette übernommen. Im vergangenen Monat hatte die Schwedin in einem Brief an die Mitarbeiter über erste Verbesserungen berichtet und einen Verzicht auf unnötige Rabatte angekündigt. Teilweise sei neu eingegangene Ware bereits reduziert verkauft worden, hatte die Managerin damals beklagt. Dadurch seien die Margen des Unternehmens unnötig belastet worden. Ziel sei es, Karstadt als Ganzes profitabel zu machen.