Für Harald Fraszczak war es eine kurze Zeit bei Karstadt. Im Frühjahr 2011 übernahm er den Job des Finanzvorstandes - nun geht er. Über die Gründe mag sich der Warenhauskonzern nicht äußern.

Die vor tiefen Einschnitten stehende Warenhauskette Karstadt verliert ihren Finanzvorstand. Harald Fraszczak sei aus persönlichen Gründen und in freundschaftlichem Einvernehmen mit dem Unternehmen mit Wirkung zum 9. November 2012 als Finanzvorstand zurückgetreten, teilte die Karstadt Warenhaus GmbH am Mittwoch mit.

Die Zeitungen der WAZ-Gruppe berufen sich auf Informationen aus Unternehmenskreisen, wonach Karstadt-Chef Andrew Jennings angeblich unzufrieden gewesen sein mit der Leistung des Finanzchefs. Diese Informationen wollte ein Karstadt-Sprecher auf Anfrage nicht kommentieren. Im Dezember soll laut den Zeitungsinformationen vom Aufsichtsrat ein neuer Finanzchef für Karstadt bestellt werden.

Der ehemalige Metro-Manager Fraszczak war erst seit Mai 2011 für die Finanzen bei Karstadt verantwortlich.

Der Warenhauskonzern hatte im Juli einen Konzernumbau angekündigt, der mit dem Abbau von 2.000 Arbeitsplätzen bis 2014 verbunden ist. Stellen fallen im Verwaltungsbereich - von den Filialen bis hin zur Zentrale - weg. Betriebsbedingte Kündigungen sollen möglichst vermieden werden, sind jedoch nicht ausgeschlossen.

Als Schlüssel des Stellenabbaus gilt eine Vorruhestandsregelung, über die die Mitarbeiter im Oktober informiert wurden. Karstadt hat insgesamt 25.000 Beschäftigte. Laut Unternehmenskreisen ist die Nachfrage nach dem Angebot, das für Mitarbeiter ab 58 Jahren gilt, sehr hoch.

Karstadt war 2009 in die Insolvenz gerutscht und ein Jahr später vom Investor Nicolas Berggruen übernommen worden. Karstadt-Chef Jennings hatte im Sommer betont, dass der Umbau des Essener Handelskonzerns in einem schwierigen Umfeld stattfinde. Wer Nachfolger des überraschend zurückgetreten Finanzchefs wird, ist unklar.