Arcandor will für die Warenhaustochter Karstadt keinen Massekredit beantragen. Der Konzern stellte heute den 20. Insolvenzantrag.

Der vorläufige Insolvenzverwalter von Arcandor, Klaus Hubert Görg, will für die Warenhaustochter Karstadt keinen Massekredit beantragen. „Die Diskussion um Massekredite haben wir nicht angestoßen, wir benötigen für Karstadt keinen Massekredit", sagte er am Donnerstag in Essen.

"Die Finanzierung des Weihnachtsgeschäfts trauen wir uns im Rahmen der bestehenden Verträge zu", versicherte Görg . Er habe mit seinem Team über 24.000 Lieferanten und Dienstleister angeschrieben und informiert, daher sei es nur zu "sehr geringen Problemen" bei den Warenlieferungen gekommen. 

Für den Monat Juni liege die Arcandor-Warenhaustochter mit den Umsätzen über den Zahlen des Vorjahres und über Plan.

Görg als zentraler Insolvenzverwalter

Das Amtsgericht Essen hat Klaus Hubert Görg zum vorläufigen Insolvenzverwalter von 15 weiteren Tochtergesellschaften der Arcandor AG bestellt.

"Die Entscheidung des Gerichts ist nachvollziehbar", sagte Görg bei einer Pressekonferenz in Essen. "Mit einem einzigen vorläufigen Insolvenzverwalter für alle Gesellschaften des Konzerns erhöhen sich die Chancen auf den Erhalt der Unternehmensgruppe, da dann alle Fäden bei einer zentralen Stelle zusammenlaufen." 

Er werde sich mit seinem Team auch für diese Gesellschaften unverzüglich um die Vorfinanzierung des Insolvenzgeldes kümmern, damit die Mitarbeiter pünktlich ihre Löhne und Gehälter für Juni, Juli und August erhalten, so Görg weiter.

IT-Tochter folgt Konzern in die Insolvenz

Im Rahmen der Arcandor-Insolvenz hat das Unternehmen am Donnerstag einen weiteren Insolvenzantrag gestellt. Als 20. Gesellschaft habe der Essener IT-Dienstleister Itellium einen entsprechenden Antrag vorgelegt, berichtete Görg in Essen.

Bislang hatten die Muttergesellschaft Arcandor und 18 weitere Töchter Insolvenzantrag gestellt. Itelium habe 620 Beschäftigte, hieß es.

Der Handel, dpa