Zwei Verhandlungen verliefen ergebnislos, die dritte brachte den Durchbruch: Für Karstadt-Mitarbieter soll es bald wieder tarifliche Sicherheit geben. Freilich muss die Gewerkschaft noch eine "harte Nuss" knacken.

Für die Karstadt-Beschäftigten ist das eine bedeutende Nachricht. Die Geschäftsführung des Warenhauskonzerns und die Karstadt-Bundestarifkommission der Gewerkschaft Verdi haben an diesem Donnerstag erste Schritte zu einem Tarifvertrag vereinbart.

"Wir haben uns auf wesentliche Bausteine eines gemeinsamen Zukunftssicherungs-Tarifvertrags verständigt, der die Punkte Beschäftigungs- und Standortsicherung sowie die Rückkehr in die Tarifbindung beinhalten soll - nach den ersten beiden ergebnislosen Verhandlungsrunden im September und Oktober ist dies der erste konkrete Schritt hin zur Lösung des Konflikts", betonte Arno Peukes, Karstadt-Verhandlungsführer von Verdi laut Mitteilung. Dazu zähle auch das Gesprächsangebot des neuen Miteigentümers René Benko für Januar nächsten Jahres. "Davon erhoffen wir uns mehr Transparenz hinsichtlich der Pläne der Eigentümer mit dem Gesamtunternehmen", so Peukes.

Neue Verhandlungsrunde im Januar

Bestandteil des Gesamtpakets werde sein, dass Karstadt die regionalen Tarifverträge des Einzelhandels wieder anwenden und damit in die Tarifbindung zurückkehren werde, schreibt Verdi. Derzeit legt  Karstadt eine "Tarifpause" ein. "In der Frage der Rückkehrmodalitäten in die Lohn- und Gehaltstarifverträge sind wir allerdings noch weit auseinander - das wird noch eine harte Nuss. Klar ist aber, dass die noch zu treffende Regelung nicht einseitig zu Lasten der Beschäftigten gehen darf", so die Einschätzung von Peukes.

Im Zusammenhang mit den Verhandlungen über einen Zukunftssicherungs-Tarifvertrag sollen laut Verdi Regelungen zur Standort- und Beschäftigungssicherung ausgehandelt werden, die die Sicherung der bestehenden Arbeitsplätze in allen Unternehmen und Filialen klar im Fokus haben. "Dies ist einer der zentralen Bausteine, der die Zukunftsperspektive der Beschäftigten sichern soll", erläuterte der Gewerkschafter. Die Vertragsparteien haben sich auf eine Fortsetzung der Verhandlungen im Januar verständigt.

In den vergangenen vier Tagen hatten sich die Verdi-Tarifkommission von Karstadt und die Karstadt-Geschäftsführung in einer dritten Verhandlungsrunde in Frankfurt am Main getroffen. Nach zwei ergebnislosen Verhandlungsrunden im September und Oktober hatten die Karstadt-Beschäftigten durch bundesweite Streiks und Betriebsversammlungen auf ihre Lage aufmerksam gemacht.