Karstadt kommt nicht zur Ruhe. Nun betrifft es die Lebensmitteltochter Perfetto. Dem angeschlagenen Unternehmen droht ebenfalls ein Stellenabbau (Aktualisiert).

Der angeschlagene Karstadt-Konzern plant einen weiteren Personalabbau. Dieses Mal trifft es die Feinkost-Tochter Perfetto, die Lebensmittelabteilungen in 43 Warenhäusern betreibt. Wie viele der rund 2.000 Arbeitsplätze wegfallen sollen, stehe noch nicht fest, zitiert die Deutsche Presseagentur informierte Kreise. Schließungen von ganzen Lebensmittelabteilungen seien im Rahmen des Konzeptes nicht geplant. Von Karstadt selbst war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Das "Handelsblatt" hatte zuvor von den Streichungsplänen berichtet. Es zitierte aus einem Brief des Managements an die Mitarbeiter, in dem die Konzernleitung Perfetto als einen erheblichen Sanierungsfall beschreibe. Das Tochterunternehmen sei "anhaltend defizitär", das bisherige Geschäftsmodell mit seiner starken Fokussierung auf den Luxusbereich gescheitert.

Bezahlung nach Tarif wird ausgesetzt

"Perfetto kommt deshalb nicht um einen Personalabbau herum", zitierte das Blatt aus dem Brief. Demnach will Karstadt bei Perfetto außerdem eine "Tarifpause" einlegen, also vorübergehend aus dem Tarifvertrag aussteigen, und die Zahlung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld einstellen.

Die "Lebensmittel Zeitung" berichtete, Perfetto wolle künftig nicht mehr als Anbieter von teueren Lebensmitteln aus dem Luxusbereich, sondern mit auf den jeweiligen Standort zugeschnittenen Sortimenten Kunden locken. Zudem sei geplant, haushaltstypische Artikel wie Papierwaren, Körperpflege, Wasch-, Putz- und Reinigungsmittel in das Angebot aufzunehmen.

"Die haben zu viel Personal an Bord"

Schon für das Geschäftsjahr 2013 wies das Unternehmen in seinem im Bundesanzeiger veröffentlichten Jahresabschluss einen Verlust in Millionenhöhe aus. Laut "Handelsblatt" soll er sich im abgelaufenen Geschäftsjahr vervielfacht haben. "Die haben zu viel Personal an Bord", urteilte ein Kenner des Unternehmens. Außerdem hätten die in der Regel im Untergeschoss der Warenhäuser platzierten Perfetto-Filialen in den vergangenen Jahren unter der sinkenden Kundenfrequenz bei Karstadt gelitten.

Perfetto ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Karstadt und Rewe. Doch hält Rewe lediglich eine Beteiligung von 25,1 Prozent. Ein Rewe-Sprecher betonte auf Anfrage, Deutschlands zweitgrößter Lebensmittelhändler werde auch weiter an dem Gemeinschaftsunternehmen mit Karstadt festhalten. Die Perfetto-Filialen auf Rewe umzuflaggen, stehe nicht zur Debatte.