Im Herbst sollen die ersten Ergebnisse des Karstadt-Umbaus zu sehen sein. 2011 sind laut Warenhaus-Chef Jennings 22 Filialen modernisiert worden. Mit seinen Vorgängern geht er hart ins Gericht.

Die Erfolge aus dem Umbau der Warenhauskette Karstadt werden nach Aussage von Unternehmenschef Andrew Jennings im Herbst zu sehen sein.

"Es dauert grundsätzlich einige Saisons, bis so ein Umbau im Sortiment auch für die Kunden sichtbar wird", sagte Jennings der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Ab der nächsten Herbst-und Winter-Saison wird es einen richtigen Schub geben", so Jennings

22 der 120 Filialen seien im vergangenen Jahr modernisiert worden, sagte der Brite. Multimedia-Angebote habe man reduziert und stattdessen mehr Gewicht auf Bereiche wie Mode, Kosmetik, Uhren und Schmuck gelegt. An anderen Standorten wurden Abteilungen erneuert.

Zudem habe Karstadt expandiert, mit einem neuen Karstadt Sports in Wiesbaden und einer Pilot-Filiale in Göttingen mit dem Namen "K Town".

"Über zehn Jahre hinweg heruntergewirtschaftet worden"

Jennings ist seit einem Jahr Vorsitzender der Geschäftsführung von Karstadt. Die Neuausrichtung des 2010 aus der Insolvenz geretteten Unternehmens werde vier bis fünf Jahre, wenn nicht länger dauern, kündigte er an. Karstadt sei schließlich über zehn Jahre hinweg kontinuierlich heruntergewirtschaftet worden: "Es wird ein Marathon, kein Sprint."

Die Premium-Häuser wie das KaDeWe in Berlin oder das Alsterhaus in Hamburg liefen bereits gut. Die Mitte habe es hingegen schwerer. "Wir legen unseren Fokus auf die Karstadt-Warenhäuser. Hier liegen die Herausforderungen, hier liegt der Schlüssel zum Erfolg."

Obwohl es im Januar hieß, dass der Warenhauskonzern seine Lieferanten um längere Zahlungsziele bittet, geschieht offenbar viel Positives bei Karstadt. Jennings soll  intern einen guten Ruf genießen.  

Ein großer Kostenblock kommt auf Karstadt allerdings im Herbst zu, wenn der Sanierungstarifvertrag ausläuft und rund 50 Millionen Euro mehr Löhne und Gehälter gezahlt werden müssen. Dies sei in den Budgetplanungen berücksichtigt, sagte Jennings, auch ansonsten sei das Unternehmen auf Kurs.

"Anstatt Rückenwind zu bekommen, bläst uns der Wind aufgrund der Konjunkturlage zurzeit sozusagen ins Gesicht. Aber wir sind mit unserer Strategie auf dem richtigen Weg, und wir haben den vollen Rückhalt unseres Eigentümers Nicolas Berggruen", sagte Jennings