Karstadt hat nach Informationen von Der Handel einen Investitionsplan für die Zeit nach dem Verkauf des Unternehmens ausgearbeitet. Es soll endlich wieder in die Fläche investiert werden.

Derzeit schauen sich einige potenzielle Käufer im Datenraum von Karstadt die Zahlen des Unternehmens an, darunter sollen auch ausländische Gruppen sein. Wenn der Verkaufsprozess des insolventen Unternehmens abgeschlossen und einen Investor gefunden wurde, soll zügig in die Filialen investiert werden.

Dies sieht zumindest ein Investitionsplan vor, der vom Karstadt-Management ausgearbeitet wurde. Wie mehrere Quellen gegenüber Der Handel berichten, stehen dabei nicht nur Großprojekte im Fokus, sondern viele kleine Investitionen in den Filialen ­- je nach dem individuellen Bedarf der einzelnen Standorte.

Dabei soll das Warenangebot zum einen gestrafft, zum anderen stärker zentral gesteuert werden. Den einzelnen Häusern soll demnach weniger Freiheit bei der Auswahl des Sortiments eingeräumt werden als heute.

Fünf Bausteine für Filialsortimente

Es wurden fünf Bausteine entwickelt, die je nach Größe der Filiale angewendet werden. Dieses modulare System soll darüber bestimmen, welches Sortiment in welcher Filiale geführt wird.

Neben den kleinen Investitionen stehen auch zwei größere Projekte an: der Umbau der Filialen in Mainz und Bielefeld. Wie derhandel.de berichtete, sollen diese Standorte in Zusammenarbeit mit dem Duisburger Projektentwickler Multi Development Germany GmbH zu Einkaufszentren umgebaut werden, in denen Karstadt mit weniger Fläche präsent sein wird.

In den vergangenen Jahren krankten viele Karstadt-Filialen an mangelnden Investitionen in der Fläche. Nun wurde der konkrete Bedarf in den Standorten ermittelt. Doch letztlich müssen alle geplanten Ausgaben vom künftigen Besitzer abgesegnet werden.

Bestandsgarantie für drei Jahre

Die aktuell 91 Filialen des Warenhausbetreibers haben eine Bestandsgarantie für drei Jahre. Dies haben die Insolvenzverwaltung und die Gewerkschaft Verdi im Rahmen eines Sanierungstarifvertrags vereinbart.

Trotz Insolvenz hat Karstadt in den vergangenen Wochen zaghafte Versuche gestartet, um das eigene Marketing wieder anzukurbeln. So wurden zum Beispiel einige Häuser im Rahmen einer Werbekampagne in "Sparstadt"-Filialen umbenannt. In vielen Städten sollen zudem Verkaufsveranstaltungen für Frauen stattfinden.

Mehr Infos über Karstadt

Klicken Sie hier für eine Reportage über mehr als 50 Karstadt-Filialen bundesweit. Auch in Mainz und Bielefeld war die Redaktion von Der Handel vor Ort.

Eine Bildergalerie mit über 50 Karstadt-Filialen in der Bundesrepublik finden Sie hier.