Das Essener Amtsgericht hat das Insolvenzverfahren für Karstadt aufgehoben. Das teilte das Gericht in Essen mit. Zuvor hatten alle Gläubiger ihre Widersprüche gegen den Karstadt-Insolvenzplan zurückgezogen.

Nach mehr als einem Jahr kann Karstadt nun aus der Insolvenz: Nach dem grünen Licht von den Gläubigern hob das Essener Amtsgericht am Donnerstagabend das Insolvenzverfahren auf. Nach dreizehn Monaten wird die traditionsreiche Warenhauskette damit aus der Insolvenz entlassen.

Mit der Rücknahme auch der letzten Gläubiger-Beschwerde gegen den
Karstadt-Insolvenzplan bekommt die Warenhauskette mit bundesweit 120
Standorten und 25 000 Beschäftigten am Freitag einen neuen Eigentümer.

Der britische Investor Dawnay Day hatte bis Donnerstag Nachmittag noch Einwände gegen den Karstadt-Insolvenzplan. Der Gläubiger Gilde Handwerk aus Bocholt hatte seine Beschwerde am Mittwoch zurückgezogen.

Fox bleibt Karstadt-Chef

"Wir freuen uns, dass die Übernahme wie geplant vollzogen werden kann", sagte ein Berggruen-Sprecher. An der Karstadt-Spitze soll es auch mit der Übernahme durch den neuen Investor zunächst keinen personellen Wechsel geben. Der von Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg eingesetzte Geschäftsführer Thomas Fox soll die Warenhauskette weiter lenken.

Fox hat für Karstadt bereits ein Modernisierungsprogramm ab Januar kommenden Jahres angekündigt, das jedoch "eher evolutionär als revolutionär" sein wird. Die Sanierung des Warenhausunternehmens komme gut voran, sagte er.

Für die mehr als 40 000 Karstadt-Gläubiger bedeutet der Abschluss des Insolvenzverfahrens auch den Verzicht auf bis zu zwei Milliarden Euro. Sie können zunächst auf eine Auszahlung von lediglich drei Prozent ihrer Forderungen hoffen.