Der Plan von Karstadt-Investor Nicolas Berggruen ist aufgegangen: Der Warenhauskonzern wird in drei selbstständige Einheiten gegliedert. Für jeden Bereich soll es langfristige Strategien geben.

Die Neustrukturierung von Karstadt hat heute neue Dynamik bekommen: Der Aufsichtsrat des Warenhauskonzerns hat mehrheitlich eine entsprechende Strategie für die drei Geschäftsbereiche des Unternehmens beschlossen, wie das Unternehmen es formuliert.

Das bedeutet, dass die Pläne von Eigner Nicolas Berggruen umgesetzt werden und Karstadt in drei rechtlich eigenständige Geschäftseinheiten für die Warenhäuser, die Sporthäuser sowie die Premium-Häuser gegliedert wird.

Das Unternehmen strebe mit dieser Spezialisierung mittel- bis langfristig eine weitere Verbesserung der Leistungsfähigkeit und der Marktposition der drei Geschäftsbereiche an, heißt es in einer Mitteilung.

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Profil schärfen

"Die Spezialisierung wird es möglich machen, das Profil der drei Geschäftsbereiche bei ihren Zielkunden zu schärfen, die Marken stärker zu differenzieren und die Strategien für die Geschäftsentwicklung konsequent auf ihre Zielmärkte auszurichten", teilte Karstadt weiter mit.

Die Geschäftsbereiche sollen als eigenständige Einheiten agieren und durch zentrale Dienstleistungen unter anderem in den Bereichen Finanzen, IT und Personal unterstützt.

Für den neuen Aufsichtsratsvorsitzenden Jared Bluestein schafft die neue Struktur "eine ausgezeichnete Basis für die langfristige Weiterentwicklung der Geschäftsbereiche".  Die drei Bereiche sollen die Möglichkeit bekommen, verschiedene Wachstumsoptionen zu nutzen - darunter auch solche, für die rechtlich eigenständige Einheiten sinnvoll sind.

"Unser Gesellschafter hat unverändert die Absicht, alle drei Geschäftsbereiche langfristig und systematisch weiter zu entwickeln", versicherte Aufsichtsratschef Bluestein.

Eine Aufteilung des Karstadt-Geschäfts wurde von vielen Marktbeobachtern als Vorstufe zum teilweisen Verkauf des Unternehmens gesehen.

Fokus auf das klassische Warenhausgeschäft

Auch der neue Karstadt-Geschäftsführer Andrew Jennings betonte, dass für sämtliche Geschäftsbereiche langfristige Strategien vorgesehen seien - "wobei ein besonderer Fokus auf dem klassischen Warenhausgeschäft liegen wird.“

Mit der Umsetzung der Aufgliederung wird Karstadt umgehend beginnen. Sie soll in der zweiten Jahreshälfte abgeschlossen werden, teilt das Unternehmen mit.

Karstadt hat seit heute zudem einen neuen Finanzchef. Und auch im Aufsichtsrat des Warenhauskonzerns hat sich was geändert.