Gerhard Weber glaubt nicht an eine Zukunft für den insolventen Warenhauskonzern. "Karstadt verschwindet, die Kunden bleiben", urteilt der Modeunternehmer in einem Zeitungsinterview. 

Der Gründer der Gerry Weber AG zeichnet im Interview mit der Süddeutschen Zeitung vom heutigen Montag ein düsteres Bild von der Zukunft des Warenhausunternehmens Karstadt: "Glauben Sie, dass sich ein Käufer für den Karstadt-Konzern findet", fragen die Redakteure der SZ. "Nein, Karstadt wird zerschlagen", lautet das knappe Urteil des 68-jährigen Textilunternehmers.

Lieferung nur mit Kreditversicherung

Zwar beliefere Gerry Weber noch die großen Karstadt-Häuser, im gleichen Satz betont der Vorstandsvorsitzende des börsennotierten Modehauses jedoch, dass "diese Lieferungen durch Kreditversicherungen abgesichert sind". Umsatzeinbußen befürchtet Weber nicht durch das Ende von Karstadt. Kaufhof und andere Händler seien schließlich an einigen der Karstadt-Standorte interessiert. "Karstadt verschwindet, die Kunden bleiben", so Weber gegenüber der SZ.

Gerhard Weber kündigt zudem in ein bis zwei Jahren eine eigene Herrenkollektion an und will zwei Drittel seiner rund 3.500 Handelskunden in den kommenden drei Jahren davon überzeugen, die Zusammenstellung ihres Sortiments in die Hände des Herstellers zu übergeben. "Vielen Händlern fällt es schwer, die Einkaufshoheit abzugeben. Aber wer es wagt, kann sich stärker auf den Verkauf konzentrieren", argumentiert der westfälische Modezar.

Mehr Infos zur Karstadt-Krise:

Das Grauen im grauen Betonklotz: Klicken Sie hier für die Berichterstattung über die trostlosesten Karstadt-Filialen, die Redakteure von Der Handel besuchten.

Karstadt kann es aber auch anders: Klicken Sie hier und lesen Sie die Berichte über die besten Karstadt-Filialen bundesweit.

Für eine Bildergalerie mit über 50 Karstadt-Filialen in der ganzen Bundesrepublik klicken Sie hier.