Das Bundeskartellamt will für mehr Wettbewerb beim Brillenkauf sorgen. Geprüft werden die unverbindlichen Preisempfehlungen, die Hersteller von Brillenglas den Optikern an die Hand geben.

Derzeit gebe es ein Verwaltungsverfahren, das sich mit dem Thema befasse, sagte eine Sprecherin der Bonner Wettbewerbsbehörde am Dienstag.

Die Preisempfehlung, die den Optikern als Kalkulationssoftware geliefert werde, beinhalte bereits die Handwerksleistung, die der Betrieb zum Einpassen der Gläser in die Fassung erbringe. Bei dieser Handwerksleistung soll es aber nach dem Willen des Bundeskartellamtes künftig Wettbewerb geben, indem jeder Optiker selber kalkuliert.

Preisabsprachen der Brillenglashersteller

Mit dem Zentralverband der Augenoptiker sei über dieses Thema gesprochen worden, sagte die Sprecherin. Es sei eine Übergangsfrist eingeräumt worden. Ab April sollte die gängige Praxis geändert werden.

Parallel ist beim Bundeskartellamt ein Bußgeldverfahren anhängig, bei dem es ebenfalls um Brillengläser geht. Dieses Verfahren behandelt der Sprecherin zufolge vermutete Preisabsprachen der Brillenglashersteller untereinander. In diesem Zusammenhang habe es auch schon Firmendurchsuchungen gegeben. Zum Stand des Verfahrens wollte sich die Sprecherin nicht äußern.