Neue EHI-Studie zeigt großes Potenzial für bargeldloses Zahlverfahren bei Kleinbeträgen.

Über 124 Milliarden Euro wurden im deutschen Einzelhandel 2007 per Karte bezahlt. Das sind mehr als 35 Prozent des gesamten Einzelhandelsumsatzes, ergab eine groß angelegte EHI-Befragung des Handels.

Seit 1994 erfasst das EHI regelmäßig die Umsatzanteile der verschiedenen Zahlungsarten im klassischen stationären Einzelhandel. Damals wurden gerade mal 21 Milliarden von insgesamt 340 Milliarden Euro (6,2 Prozent) per Karte bezahlt. Dieser Anteil hat sich heute nahezu versechsfacht - Tendenz steigend.

Die Wachstumsrate der Kartenzahlung wird aber nicht mehr weiter sprunghaft steigen. Denn inzwischen akzeptiert der Handel nahezu flächendeckend die Karte als Zahlungsmittel, ein Sättigungseffekt ist zu erwarten.

Potenzial für Micropayment-Systeme

Es fehlt im deutschen Handel nach wie vor ein von Kunden und Händlern anerkanntes bargeldloses Bezahlsystem für Kleinbeträge, klagt das EHI. Davon würden vor allem Unternehmen profitieren, bei denen die Kunden einen niedrigen Durchschnittsbon haben - also Kioske, Drogeriemärkte, kleinflächige Lebensmittelhändler und Tankstellshops.

Dem wiederspricht allerdings der Betreiber der Geldkarte, die Euro Kartensysteme GmbH. „Wurden im ersten Quartal dieses Jahres mit der Chipkarte rund 33,4 Millionen Euro umgesetzt, waren es im zweiten Quartal schon rund 35,2 Millionen Euro”, sagt das Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Kreditwirtschaft in einer aktuellen Pressemitteilung.

Im ersten Halbjahr 2008 kam die Geldkarte im Einzelhandel laut Euro Kartensysteme über 24,3 Millionen Mal zum Einsatz. Dabei beträgt der durchschnittliche Transaktionsbetrag aktuell 2,81 Euro.

Das Potenzial für ein geeignetes alternatives Micropayment-System ist groß. So schätzt das EHI die Zahl der Transaktionen im stationären Einzelhandel in Deutschland auf 19 bis 20 Milliarden, von denen aktuell rund 15 bis 16 Milliarden noch nicht bargeldlos abgewickelt werden.

In einem Supermarkt beispielsweise liegen rund drei Viertel aller Transaktionen unter 15 Euro. In Drogeriemärkten und an Kiosken ist der Anteil der Kleinbeträge noch deutlich höher.