Im Jahr 2009 rutschte der Anteil der Bargeldzahlungen an den Kassen des deutschen Einzelhandels erstmals unter die 60-Prozent-Marke. Die Deutschen greifen häufiger zur Karte.

Der Anteil von Bargeldzahlungen im deutschen Einzelhandel ist gemessen am Umsatz im vergangenen Jahr auf 59,1 Prozent zurückgegangen (Vorjahr: 60,4 Prozent). Das geht aus einer Studie des EHI Retail Institute hervor, die heute in Köln veröffentlicht wurde.

Von den rund 365 Milliarden Euro Handelsumsatz werden danach mittlerweile 37,5 Prozent mit Kartenzahlungen abgewickelt. Führend ist dabei das Girocard-Verfahren (früher: EC-Karten) der deutschen Kreditwirtschaft mit Debitkarte und PIN-Eingabe, das auf einen Marktanteil von 19,2 Prozent aller Zahlungen kommt (Vorjahr: 18,1 Prozent).

Lastschriftverfahren legt leicht zu

An zweiter Stelle liegt mit 12,2 Prozent das sogenannte elektronische Lastschriftverfahren (ELV). Dieses im Einzelhandel aufgrund der geringeren Kosten beliebte Kartenverfahren mit Unterschrift konnte damit im Vergleich zum Vorjahr um 0,2 Prozent zulegen. Die Zukunft dieses Verfahrens ist derzeit ungewiss, da die EU-Kommission im Rahmen der SEPA-Initiative ein Enddatum für nationale Lastschriftverfahren erwägt.   
 
Die Bedeutung von Kreditkarten im deutschen Einzelhandel erweist sich mit 5,2 Prozent am gesamten Umsatz als stabil. Die beiden Debitverfahren der großen Kreditkartenmarken Maestro (Mastercard) und V-Pay (Visa) haben mit 0,2 Prozent derzeit noch eine geringe Bedeutung.

An der Studie, die auf dem EHI Kartenkongress in Köln vorgestellt wurde, beteiligten sich 456 Unternehmen mit insgesamt rund 57.000 Niederlassungen aus 32 Branchen. Sie repräsentierten 51,1 Prozent des gesamten Einzelhandelumsatzes.