Wegen unzüchtiger Bücher im Sortiment der Weltbild-Gruppe wollte sich die katholische Kirche vom Unternehmen trennen. Doch nun stoppen die Bischöfe den Verkauf zugunsten einer kirchlichen Lösung.

Die Verlagsgruppe Weltbild wird nun doch nicht verkauft, ein entsprechender Bericht der "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ("FAZ") wurde am heutigen Donnerstag vom Unternehmen bestätigt.

Im November vergangenen Jahres war bekannt geworden. dass die katholische Kirche das Medien- und Versandhandelsunternehmen "schnellst möglich" veräußern wolle, weil das Angebot von erotischen und esoterischen Büchern nicht mit dem kirchlichen Weltbild überein zu bringen sei.

Nun haben sich die Gesellschafter, zwölf katholische Bistümer, der Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) und der Soldatenseelsorge, darauf geeinigt, dass Unternehmen in eine kirchliche Stiftung öffentlichen Rechts zu überführen.

Gewinne für den Stiftungszweck

"Die Gesellschafter sind übereingekommen, sämtliche Anteile an der Verlagsgruppe Weltbild in eine neu zu gründende Stiftung einzubringen und verzichten dabei auf Verkaufserlöse und zukünftige Gewinnausschüttungen", heißt es in einer Pressemitteilung.
 
Bei der Stiftung werde es sich um eine kirchliche Stiftung öffentlichen Rechts handeln. Die Stiftung soll zudem ausschließlich gemeinnützige, kulturelle und kirchliche Ziele verfolgen.

"Einzelheiten dazu werden in den kommenden Monaten ausgearbeitet und geklärt", teilte der Aufsichtsratsvorsitzende der Verlagsgruppe Weltbild, Generalvikar Prälat Peter Beer in der Unternehmenserklärung mit.

Zweitgrößter Onlinebuchhändler

Die Weltbildgruppe betreibt rund 300 Buchhandlungen und nach eigenen Angaben die zweitgrößte Onlinebuchhandlung in Deutschland. Der Umsatz beläuft sich 1,6 Milliarden Euro, 6.400 Mitarbeiter sind in der Verlagsgruppe beschäftigt.

"Das Unternehmen begrüßt diese Entscheidung und dankt den Gesellschaftern auch im Namen der Mitarbeiter. Die Stiftungslösung gibt dem Unternehmen eine gute Stabilität und Perspektive angesichts der Umbruchsituation im Buchmarkt. Das Unternehmen kann nun mit der nötigen langfristigen Perspektive den Herausforderungen der Digitalisierung begegnen", wird Carel Halff, Vorsitzende der Geschäftsführung der Verlagsgruppe, in der Pressemitteilung zitiert.