Die gut 250 Jahre alte hessische Kaufhausgruppe Joh ist insolvent. Betroffen sind rund 300 Mitarbeiter in fünf Filialen.

Sinkende Umsätze,  harter Wettbewerb und Konkurrenz mit Onlinehändlern: Die Kaufhaus-Gruppe JOH aus dem hessischen Gelnhausen hat am Mittwoch, den 8. Mai 2013, beim Hanauer Amtsgericht einen Insolvenzantrag gestellt, meldet die Frankfurter Wirtschaftskanzlei Hermann RWS. "Wegen drohender Zahlungsunfähigkeit sah sich die Geschäftsführung der JOH GmbH & Co. KG zu diesem Schritt gezwungen", heißt es. Das Unternehmen hat neben Gelnhausen Filialen in Friedberg, Zwickau, Saalfeld und Gotha. Betroffen seien rund 300 Mitarbeiter. Vor drei Jahren hatte die Kaufhaus-Gruppe ihr 250-jähriges Bestehen gefeiert.

Vorläufige Insolvenzverwalterin ist Rechtsanwältin Julia Kappel-Gnirs von Hermann RWS, die bereits Woolworth betreute, als die Kaufhauskette 2009 Insolvenz angemeldet hatte. Sie prüfe nun die Sanierungsmöglichkeiten. "Ich werde alle Möglichkeiten in dieser schwierigen Situation nutzen, um eine Fortführung und damit auch eine Perspektive für die Mitarbeiter zu ermöglichen", sagt Kappel-Gnirs. Die Insolvenzverwalterin bemühe sich zunächst um eine Insolvenzgeld-Vorfinanzierung bei der Agentur für Arbeit in Hanau in Hessen. Kappel-Gnirs will zudem mit allen Beteiligten, Lieferanten, Banken und weiteren Gläubigern Gespräche führen, um das Warenhaus, das unter anderem Mode, Sportartikel und Spielwaren führt, zu sanieren und fortzuführen.

Geschäftsbetrieb läuft weiter

Trotz Insolvenz soll der Geschäftsbetrieb und der Verkauf in allen JOH-Warenhäusern uneingeschränkt weiterlaufen. "Wir blicken auf zufriedene Stammkunden, hoch motivierte Mitarbeiter und auf langjährige gute Beziehungen zu Lieferanten", argumentiert Geschäftsführer Peter K. Sudholt. "Daher hoffen wir, dass all unsere Partner uns auch in den nächsten Monaten die Treue halten und uns unterstützen."