Mehr Fläche, mehr Standorte, mehr Mitarbeiter: Der Kaufhof-Interessent Signa hat große Pläne mit dem Warenhauskonzern. Und dafür ist die Immobilienholding bereit, einen hohen Preis zu zahlen.

Im Ringen um die Metro-Tochter Kaufhof hat der Chef der österreichischen Immobilienholding Signa, René Benko, eine Wachstumsstrategie für die Warenhauskette in Aussicht gestellt.

"Ich möchte expandieren. Es werden keine Standorte geschlossen, sondern in Standorte investiert: Verkaufsfläche vergrößert, Häuser modernisiert. Und dazu brauchen wir eher mehr als weniger gute Mitarbeiter", sagte Benko in einem Gespräch mit "Bild am Sonntag".

Die zum Verkauf stehende Warenhauskette Kaufhof hatte im vergangenen Jahr mit rund 20.000 Mitarbeitern einen Umsatz von gut 3,5 Milliarden Euro erzielt. Neben der Immobilien-Holding Signa hat auch der Karstadt-Eigentümer Nicolas Berggruen Interesse an einer Kaufhof-Übernahme angemeldet.

Cordes fordert Sicherheit für die Mitarbeiter

Ein Berggruen-Sprecher wollte auf Anfrage zunächst jedoch keine Angaben zum Konzept des Investors machen und verwies auf Vertraulichkeit. Die Gewerkschaft Verdi hatte sich zuvor kritisch zu möglichen Plänen geäußert, Karstadt- und Kaufhofhäuser unter dem Dach zu einer Warenhaus AG zusammenzuführen. In diesem Fall sieht Verdi Tausende von Arbeitsplätzen bedroht.

Metro-Chef Eckhard Cordes forderte unterdessen, "dass ein Käufer den Kaufhof verantwortlich führen und weiterentwickeln" müsse. "Es geht schließlich auch um eine sichere Zukunft für unsere Mitarbeiter, für die wir eine hohe Verantwortung haben", sagte er "Bild am Sonntag".

Wiedeking in den Aufsichtsrat

Benko soll nach Informationen der Zeitung ein Kaufangebot von mehr als zwei Milliarden Euro abgegeben haben. Der Investor kündigte an, das geplante Investment mit 50 Prozent Eigenkapital ausstatten zu wollen. Der Rest komme von Banken aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Bei einer Kaufhof-Übernahme wolle er zusammen mit dem österreichischen Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (SPÖ) und dem ehemaligen Porsche-Chef Wendelin Wiedeking in den Aufsichtsrat des Warenhauskonzerns gehen, hieß es.