Börsenkandidat, Verkaufsobjekt, Fusionspartner: Metro hatte mit seiner Warenhaustochter Kaufhof viel vor. Herausgekommen ist nichts.

Seit Jahren ist der Verkauf der Warenhauskette Kaufhof bei Metro ein Thema. Nach seiner Berufung Ende 2007 will Metro-Chef Eckhard Cordes den Konzern noch internationaler machen, da passt Kaufhof nicht mehr ins Bild. Es beginnt eine mühsame Suche nach Interessenten, die Gerüchteküche brodelt. Der Verkaufsprozess stockt, kommt voran, wird wieder zurückgedreht und erneut angestoßen.

Doch nun macht der neue Konzernchef Olaf Koch eine radikale Kehrtwende: Der Verkauf wird abgeblasen - vorläufig zumindest.

März 2008: Metro-Chef Eckhard Cordes stellt die Warenhauskette Kaufhof zum Verkauf. Später bezeichnet er diese Ankündigung als den größten Fehler in seiner Amtszeit.

Mai 2009: Bei der Rettung des Arcandor-Konzerns bringt Cordes eine Fusion der Warenhäuser Karstadt und Kaufhof ins Spiel. Karstadt-Eigentümer Arcandor lehnt den Zusammenschluss der Warenhäuser aber ab.

Juni 2009: Metro-Chef Cordes bekräftigt das Interesse an Karstadt. Er will einen starken Kaufhauskonzern aufbauen und erwägt, dieses Unternehmen später an die Börse zu bringen.

März 2010: Die angedachte Bildung einer Deutschen Warenhaus AG wird nicht weiter verfolgt, Metro sieht keine Chancen mehr für einen Zusammenschluss.

April 2010: Cordes nennt erstmals seine Kaufhof-Preisvorstellungen. Eine Summe von 2 Milliarden bis 3 Milliarden Euro soll erlöst werden.

Januar 2011: Nach dem Einstieg des Investors Nicolas Berggruen bei Karstadt wirbt Metro wieder für eine Fusion der Warenhäuser. Vier Monate später sagt Cordes aber: "Wir brauchen Karstadt nicht".

Juli 2011: Gerüchte über einen Verkauf von Kaufhof an den spanischen Handelsriesen Corte Inglés machen die Runde, Metro dementiert.

November 2011: Metro bestätigt, dass Karstadt-Eigner Berggruen die Kaufhof-Warenhäuser übernehmen möchte. Auch die österreichische Immobilienfirma Signa hat Interesse angemeldet.

Dezember 2011: Signa-Chef René Benko hält einen Abschluss der Transaktion noch 2011 für möglich. Berggruen stockt angeblich seine Offerte auf.

Januar 2012: Metro legt die Verkaufsverhandlungen vorläufig auf Eis.